AIDS Waisenprojekte im Bistum Moshi Tanzania

Zwischen den Pfarreien St. Walburgis Leubsdorf und St. Peter & Paul Bad Hönningen sowie dem Bistum Moshi bestehen seit Mitte der Neunzigerjahre freundschaftliche Beziehungen. Der seinerzeitige Leiter des Ressorts Soziales und Gesundheit der afrikanischen Diözese, Fr. Rev. Benedict Ngimonyi, genannt Pater Benedict, besuchte regelmäßig die beiden deutschen Pfarreien, um hier für die nötige Urlaubsvertretung in den Ferien zu sorgen. Leider verstarb P. Benedict während eines solchen Deutschlandaufenthaltes im Sommer 2010 in Neuwied nach kurzer schwerer Krankheit.

In all den Jahren seiner Besuche berichtete er oft und viel von den Begebenheiten und Problemen in seiner Heimat und stellte seine Projekte, die die AIDS Waisen unterstützen, vor. Schnell bildete sich ein Kreis von Interessierten, die die von ihm geleiteten Maßnahmen ideell und finanziell unterstützen. Darüber hinaus fuhren immer wieder Freunde und Bekannte nach Tanzania, um dort ihren Urlaub zu verbringen und sich über die Sache vor Ort zu informieren. 

Nachfolger und somit Leiter der Abteilung Gesundheit und Soziales ist Fr. Rev. Aloyce Urio, Jahrgang 1969. Dass er kein leichtes Erbe angetreten hat, weiß er selbst, doch wer ihn kennengelernt hat, weiß, dass er seinen Aufgaben gewachsen ist. Die Unterstützung sollte durch das Ableben des Pater Benedict kein jähes Ende finden, sondern in seinem Sinne kontinuierlich weitergeführt werden.

Die Stadt Moshi liegt mit einer Einwohnerzahl von mehr als 80.000 Menschen direkt am Fuße des Kilimanjaro in dem ostafrikanischen Land Tanzania, nur wenig südlich des Äquators. Es grenzen hier die Ausläufer des höchsten Berges von Afrika an den Rand der Massaisteppe. Die Umgebung ist nach der Großstadt Dar-es-Salaam die am dichtesten besiedelte im ganzen Land. Wie ganz Ostafrika ist auch Moshi von der AIDS Epidemie hart getroffen worden. Fast eine ganze Generation wurde von der Seuche dahingerafft oder so schwer geschwächt, daß ein sicheres Familieneinkommen nicht erwirtschaftet werden kann. Am schlimmsten aber sind die übriggebliebenen Kinder betroffen, denn sie stehen ohne erwerbsfähige Eltern da. Wenn sie Glück haben, kommen sie bei ihren Großeltern oder sonstigen Verwandten unter. Doch sind diese entweder aus Altersgründen nicht in der Lage die Kinder ausreichend zu versorgen und betreuen, oder die finanziellen Möglichkeiten lassen es ihnen nicht zu. Sorge für die Kinder zu tragen, die keine Pflegefamilie gefunden haben, ist nicht nur Aufgabe der Diözese, sondern alle Menschen guten Willens.

Die Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen des Bistums versuchen Verständnis dafür zu wecken, daß es besser ist, diese Kinder in Familien unterzubringen, um so andere ernste Probleme zu verhindern, z. B. daß sie zu Straßenkindern werden. Das führt zum Teufelskreis von Kindesmißbrauch, Drogenkonsum, Kinderarbeit und letztendlich zur HIV-Infektion.

 

Fotos Thomas Müller