St. Suitbert / Rheinbrohl

Altar- und Ambo Weihe

durch H.H. Weihbischof Jörg Michael Peters

am Sonntag, 27. Oktober 2019, 10:00 Uhr

Der Altar – auch als "Tisch des Herrn" bezeichnet – ist das Herzstück einer Kirche. Die Grundgestalt eines Altars ist daher auch die Form des Tisches. Am Altar feiert der Priester mit der Gemeinde die Eucharistie, also die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. So ist der Altar Tisch des Opfers und des österlichen Mahles. In jeder Kirche steht gut sichtbar ein Altar – ein Tisch, der aus Stein, Holz oder Metall hergestellt ist. Doch bevor ein Altar als Altar genutzt wird, wird er geweiht.

Eine Altarweihe besteht aus Elementen, die sich teilweise auch bei einer Taufe und bei einer Priesterweihe finden. Diese Verbindung ist durchaus gewollt, denn der Altar wird in der katholischen Liturgie nicht als einfacher Gegenstand betrachtet, sondern der Altar versinnbildlicht Christus als lebendigen Grund- und Eckstein der Kirche. Darum wird der Altar Christus geweiht und damit dem Weltlichen ein Stück weit entzogen. Genauso ist ein getaufter Mensch zu Christus gehörig und ein Priester steht im Dienst an Gott und den Menschen.

Die erste Messfeier auf dem neuen Altar ist die wichtigste und allein notwendige Handlung einer Altarweihe, die in der Regel von einem Bischof gefeiert wird. Dazu kommen das Weihegebet und weitere festgelegte Riten, die teilweise seit dem 4. Jahrhundert belegt sind.
Einer dieser Riten ist die Beisetzung von Reliquien im Altar. Im frühen Christentum wurden Kirchen und Altäre oft über Gräbern von Märtyrern errichtet. Das war nicht bei jeder Kirche möglich. Daher ist der Brauch entstanden, in die Altäre Reliquien von Heiligen einzulassen. Ambrosius von Mailand formulierte im 4. Jahrhundert die Verbindung der Reliquien mit dem Altar: "Er, der für alle gelitten hat, liegt auf dem Altar: sie, durch sein Leiden erkauft, ruhen unter dem Altar."

Bildhauer Hans Rams aus Niederbreitbach, der unseren neuen Volksaltar und das Ambo fertigt, hat am 26. Juli die "Knochen-Reliquie" des Hl. Suitbert, die seit Jahrhunderten in einer hölzernen Monstranz aufbewahrt wurde in ein neues Reliquienbehältnis umgesetzt. Dieses Reliquienbehältnis wird bei der Altarweihe in den neuen Altar hinter Glas eingesetzt, und so für alle Zeit am Altar sichtbar sein. Der Reliquie wurde eine Urkunde beigegeben, in der Ort und Datum der Altarweihe festgehalten und die Echtheit der Reliquie durch unseren Diözesanbischof Dr. Stephan Acker-mann bezeugt wird. Am 13. August 2019 ist im Bischofhof in Trier diese Reliquie durch den Bischof versiegelt worden.

Am Vorabend der Altarweihe, am Samstag, 26. Oktober, wird die Reliquie im Rahmen einer Vigilfeier vom Seniorenheim St. Suitbert in die Pfarrkirche übertragen. Wir wollen uns mit Musik und Texten zum Hl. Suitbert auf diesen besonderen Tag einstimmen. Beginn um 19:00 Uhr in der Kapelle des Seniorenzentrums.

Neben dem Altar wird Weihbischof Peters auch den neuen Ambo weihen. Während der Altar der Tisch des Brotes ist, ist der Ambo der Tisch des Wortes Gottes. Im Weihegebet heißt es "Erfülle dieses Haus und dringe ein in unser Ohr und in unser Herz, damit wir ihm gläubig folgen."

Zu Altar und Ambo gehören ebenfalls die Sedilien, die Sitze für Priester, Gottesdiensthelfer und Messdiener. Sie wurden entworfen von Herrn Hans Rams und gefertigt durch die Schreinerei Matthias Hermann und werden in dem Festgottesdienst zur Weihe von Altar und Ambo zum ersten Mal benutzt.

Im nächsten Pfarrbrief (8/2019) wird ein Beiblatt enthalten sein, in dem der Ritus der Altarweihe näher beschrieben ist.

Wir dürfen uns alle auf diesen besonderen Tag in der Pfarrgemeinde Rheinbrohl und in un-serer Pfarreiengemeinschaft Bad Hönningen - Rheinbrohl freuen.
Schon heute herzliche Einladung an alle.

Pfarrer Christian Scheinost