Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner ablegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Krise

Krise - das heißt:
die Gefahr ist groß!
Aber noch ist nicht alles entschieden. 
Krise - das heißt:
Noch ist Hoffnung da.
Wie es ausgeht, liegt auch mit an uns.

Wenn der Arzt sagt:
"Es sieht wirklich kritisch aus!" 
und steht wartend am Krankenbett,
ob das Fieber steigt,
ob die Spritze wirkt,
ob die Abwehrkraft stark genug ist,
dann entscheidet sich: LEBEN oder TOD.

Wenn die Kanzlerin sagt:
Die Lage ist ernst,
wenn die Arbeitslosigkeit steigt,
wenn das Virus mutiert,
wenn die Fronten sich verhärten,
dann entscheidet sich: LEBEN oder TOD.

Wenn die Familie zusammenrücken muss,
weil alle im Lockdown sind,
wenn die Eltern die Kinder anschreien,
wenn die Hand ausrutscht,
wenn die Emotionen kein Ventil mehr finden,
dann entscheidet sich: Leben oder Tod.

Wenn das Klima sich ändert,
die Sommer heißer werden,
die Ozeane voll von Plastik sind,
wenn Wald, Insekten und viele andere Pflanzen und Tiere sterben
und wir weiter machen wie bisher,
dann entscheidet sich: Leben oder Tod.

Wenn die Christen sich fragen,
ob sie noch bleiben sollen, in dieser Kirche,
deren Leitung sich gegen Segnungen von homosexuellen Paaren ausspricht,
deren Oberhäupter tief in den sexuellen Missbrauch von Kindern verstrickt sind,
wenn die SeelsorgerInnen weniger und die Fläche größer wird,
wenn Kirche in Zukunft ganz anders sein wird und muss,
dann entscheidet sich: Leben oder Tod.

Krise - das heißt:
Die Gefahr ist groß!
Aber noch ist nicht alles entschieden. 
Krise - das heißt:
Noch ist Hoffnung da.
Wie es ausgeht, liegt auch mit an uns.

Wenn Jesus in Jerusalem einzieht,
wenn er mit seinen Jüngern das letzte Pessach feiert,
wenn er verurteilt wird,
geschlagen, verhöhnt und verspottet,
wenn er ans Kreuz genagelt wird und stirbt,
dann entscheidet Gott – trotz allem – für das Leben, auch heute!

(Hermann Josef Coenen, 1997, aktualisiert von Regina Schmitz, 23. und 26. März 2021)