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Impuls zum 1. Fastensonntag

"Sei Du selbst

die Veränderung,

die Du

in der Welt

sehen willst."

(Mahatma Gandhi)


(Bild: Stonehenge in England
© Christian Scheinost)

Du kannst die Welt verändern! Für viele ist dieser Zuspruch schwer zu glauben. Ich kann die Welt verändern, Kriege verhindern, Frieden schaffen, die Ärmsten der Armen Gerechtigkeit erfahren lassen, Krankheiten heilen, das Coronavirus verbannen …?

Du kannst die Welt verändern! Ich hoffe, Sie alle haben schon einmal die Erfahrung gemacht, aus ihren gewohnten Beurteilungskriterien ausgestiegen zu sein, Menschen aus Denkschubladen herausgeholt zu haben, sie einmal nicht nach ihrem sozialen Status, ihrer Herkunft, ihrer Erziehung, ihrem Glauben, sondern nach ihrem "Sosein", ihrem Herzen, beurteilt zu haben. Und ich hoffe, Sie haben dabei gemerkt, wie sich mit Respekt und Achtsamkeit das Miteinander veränderte, leichter, wohlwollender, angenehmer wurde.

Du kannst die Welt verändern. Sieh in allem das Positive. Negative Gedanken und eine negative Einstellung ziehen dir Energie ab und wenn du ihnen nachgibst, werden sie stärker. Suche das Positive in jeder Person oder Situation. Dies hilft dir, deine Einstellung zu verändern. Selbst in den schlimmsten Situationen gibt es immer etwas Positives.

Du kannst die Welt verändern, indem du aussteigst aus dem Karussell einer Welt, die dir vorgaukelt, nur Konsum und Macht, Geld und Besitz, Respekt und Anerkennung machen dich einzigartig, beliebt, wertvoll und geben dir Zukunft.

Einer ist ausgestiegen aus diesem Karussell, davon erzählt uns Markus im Evangelium dieses ersten Fastensonntags. 40 Tage in der Wüste, um sich seiner Geistesbegabung, seiner Berufung, seines Lebensweges bewusst zu werden. 40 Tage Wüstenerfahrung, Einsamkeit, Bedrohung, Schmerz und Leid. 40 Tage - eine Zeit der Erprobung den widergöttlichen Kräften gewachsen zu sein, stärker zu sein, das Böse zu überwinden.

Und er verwandelt das Leben. Dort, wo der Geistbegabte auftritt, verändert sich die Welt, die Wüste wird zum Paradies. Wo Christus erscheint, weicht der Satan, kehrt Friede ein, wird die gestörte Schöpfung wieder heil. Mit Jesus Christus beginnt etwas ganz Neues - die Zeit ist erfüllt, die Herrschaft Gottes ist da und verändert die Welt und die Menschen zum Besseren. Da ist Heil und Heilung. Da geschehen Wunder. Da ist der Tod besiegt.

Markus wollte seiner Gemeinde damit Mut machen und Hoffnung schenken in ihrem nicht leichten Alltag, angegriffen von kirchenfeindlichen Mächten und im Ausbleiben der Wiederkunft Christi. Er spricht es aus: Die Gottes-Herrschaft, sie ist da: Gott ist mit euch, der Himmel hat begonnen und ihr gehört dazu. Diese Zusage gilt bis heute unverändert.

Christus, sein Handeln, sein Tod und seine Auferstehung sind der Anfang der Gottes-Herrschaft, die durch uns Christinnen und Christen fortgesetzt werden kann und soll. Du, ich, wir alle können die Welt zu einem Besseren hin verändern.

Dazu braucht es eine Wüstenerfahrung, die uns zu einer radikalen Kehre des Lebens führt, eine Umkehr auf Jesus zu. Nehmt das Evangelium vertrauensvoll an.

Du kannst die Welt verändern. Tu es! Amen.

  • Lesen der Bibelstelle Mk 1,12-15

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.

    13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
    Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.

    14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
    er verkündete das Evangelium Gottes

    15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
    Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Gebetsvorschlag

Uns liebender Gott,
Du bist jetzt da, ganz nahe bei mir.
Deine Herrschaft gibt mir Kraft und Mut,
denn ich weiß, ich gehöre dazu.
Der Himmel steht mir offen.
Diese Gewissheit schenkt mir die Kraft,
die Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit,
zwischen Wollen und Können,
zwischen Bösem und Gutem zu halten.
Mache mich zu einem Menschen,
der überzeugend und authentisch,
auch in den Widersprüchen und Unabwägbarkeiten dieser Zeit,
die Welt und das Miteinander der Menschen zu einem Besseren verändert,
und so an deinem Reich weiterbaut.
Amen.

Meditation

Gott sagt zu dir,

zu mir, zu uns allen:

Du kannst die Welt verändern.

Fange heute, jetzt damit an.


Denke positiv

und verbanne die negativen Gedanken.

Sage zuerst DU,

bevor du ICH sagst!

Begegne deinem Nächsten

achtsam und wertschätzend,

gerade auch denen, die du nicht so gerne magst.

Verzeihe und lebe Versöhnung.


Überall dort

bin ich, dein Gott, da,

ist mein Reich spürbar.

Der Himmel bricht in dein Leben hinein,

die Erde atmet das ewige Leben.


Es beginnt etwas Neues,

ganz anders und doch so gewohnt,

und deine kleine Welt

und die große Welt

wird liebenswert,

         hoffnungsvoll,

         zufrieden,

         geschwisterlich,

         wunder-voll.          


(1. Fastensonntag Lsj B – 18.02.2021 © Christian Scheinost)