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Impuls

19. Sonntag im Jahreskreis

„GLAUBE heißt:

In persönlicher

Lebensgemeinschaft

mit dem

auferstandenen Herrn

leben.“

(Paul Deitenbeck)


(Grabkreuz auf dem Friedhof auf "Frauenchiemsee" © Christian Scheinost)

 

"Die Fähigkeit, glücklich zu leben, kommt aus einer Kraft, die der Seele innewohnt!" (Marc Aurel, römischer Kaiser 161-180)

Glücklich und erfüllt zu leben ,ist ein Wunsch, den viele Menschen, ob jung oder älter, in sich tragen. Bei seelsorglichen Beratungsgesprächen fallen nicht selten solche oder ähnliche Sätze: "Ich möchte ein erfülltes Leben führen, im Beruf, in meiner Familie, für mich selber!"

Kennen Sie das auch? Tief im Herzen sehnen Sie sich nach etwas, das Ihnen das Gefühl von Sinnhaftigkeit gibt, nach etwas, das Ihre Bestimmung ausmacht, eine Kraft, in der Sie alles schaffen können. Sie sehnen sich nach Erfüllung.

Wenn wir das Lexikon zu Rate ziehen, was Erfüllung bedeutet, dann können wir dort u. a. lesen: "Erfüllung beinhaltet das Wort >Fülle<. Bei der Erfüllung geht es darum, mehr von etwas zu bekommen. Eine Sache, die uns momentan noch fehlt, um voll und satt (also >erfüllt<) zu sein."

Und wo finden wir dieses "mehr", um erfüllt, um satt zu sein? Auf Fotos über Facebook, WhatsApp und Co. können wir immer wieder Bilder bestaunen von Menschen, die sich ihren Traum erfüllt haben und uns zulächeln von einer traumhaften, fernen oder nahen Landschaft aus.

Ist das die Fülle, die Menschen satt macht, ihr Leben glücklich und zufrieden macht, den Himmel auf Erden zu spüren? Kann es so einfach sein allein durch Dinge von außen satt zu werden? Eine "sinnvollere" berufliche Tätigkeit, eine lange Reise, mehr Geld, Besitz, Beziehungen, Gewichtsreduktion, ein gesünderes Leben oder was auch immer?

Menschliche Grenzerfahrungen zeigen, dass, wenn diese äußeren Dinge wegbrechen, Menschen unweigerlich in ein Loch fallen, die Welt nicht mehr verstehen, sich leer fühlen, Schuldige für ihre Misere suchen. Also kann es doch nicht so einfach sein.

Ich möchte sagen: Ja und Nein. Wenn zu diesem äußeren Weg ein innerlicher dazu kommt, sieht das anders aus. Wir finden die Fülle auch in uns selbst, so wie es Marc Aurel gesagt hat. In uns selbst ist sie angelegt. Paulus schreibt im Korintherbrief: "Ihr seid der Tempel des Heiligen Geistes, Gott wohnt in euch."

Und dort, wo Gott wohnt, da ist Kraft, Stärke, Hoffnung, Erlösung, Zukunft, da ist das Leben voll, erfüllt. All das ist, anders ausgedrückt, GLAUBE. Gerade die Heiligen zeigen das in ihrer Lebens- und Glaubensgeschichte. Mit Mut, in einer inneren Erfüllung, sind diese Frauen und Männer ungerechten, menschenverachtenden Systemen gegenüber getreten, haben den Finger in die Wunde gelegt, sich für die armen, entrechteten Menschen eingesetzt, ungeachtet der Gefahr selbst dabei getötet zu werden.

Im Zusammenspiel von den äußeren Dingen des Lebens und der inneren Erfüllung sind wir dem Leben in allen Facetten gewachsen. Zu diesem Glauben als innere Erfüllung will der Evangelist Johannes seine Gemeinde einladen, denn wer glaubt hat das ewige Leben. Der Glaube verwandelt und sieht in einem Zimmermannssohn den Sohn Gottes und in einem Stückchen Brot und in einem Schluck Wein den Leib und das Blut Christi. Wer glaubt, erlebt die Kraft des Himmels schon auf Erden auch in den Grenzerfahrungen und Ausnahmesituationen des Lebens. Die gläubige Beziehung zu Jesus macht das Unmögliche möglich.

Der Glaube verwandelt das Leben. Spüren wir diesen Glauben, den Gott uns geschenkt hat und machen wir diese Erde ein wenig himmlischer.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 6,41-51

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    41 Da murrten die Juden gegen ihn, weil er gesagt hatte:
    Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.

    42 Und sie sagten:
    Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen?
    Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen?

    43 Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!

    44 Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht;
    und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.

    45 Bei den Propheten steht geschrieben:
    Und alle werden Schüler Gottes sein.
    Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.

    46 Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist;
    nur er hat den Vater gesehen.

    47 Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.

    48 Ich bin das Brot des Lebens.

    49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.

    50 So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt:
    Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.

    51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
    Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
    Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.

Gebetsvorschlag

Gott des erfüllten Lebens,
unendlich lang ist deine Geschichte mit uns.
Menschen haben von dir gehört, dich kennengelernt, deine Nähe erfahren.
Sie haben das Geschenk entdeckt,
     das du jedem Menschen ins Herz gelegt hast: den Glauben.
Von Generation zu Generation wurde von diesem Geschenk erzählt,
das wie Brot ist, das Leben, erfülltes, ewiges Leben schenkt.
Hilf auch uns, davon zu erzählen und weiterzugeben,
was wir mit dir, Gott, erlebt haben,
wie du uns begleitet hast auf unseren Wegen.
Erfülle uns mit deiner Gegenwart,
durch die wir der Welt den Geschmack des Glaubens verleihen.
Amen.

Meditation

DU, Mensch

öffne deine Hände,

deine Ohren,

dein Herz,

dein ganzes Sein

für Gott.


Und ER –

beschenkt dich,

mit dem Glauben,

ER erfüllt dich

mit Stärke und Kraft,

Unmögliches möglich werden zu lassen.


Der Glaube

verändert deine kleine

und auch die große Welt,

gibt Sinn in scheinbarer Sinnlosigkeit,

gibt Hoffnung in scheinbarer Hoffnungslosigkeit.


Der Glaube

erfüllt dein Leben

macht es satt und voll,

gelungen,

bewusst geglückt,

und verleiht deinem Leben Ewigkeit,

den Geschmack und den Geruch von Himmel.


DU, Mensch

lass dich beschenken

und glaube!


(19. Sonntag im Jahreskreis – 01.08.2021- © Christian Scheinost)