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Impuls zum 4. Fastensonntag

"Die Freude

steckt nicht

in den Dingen,

sondern

im Innersten

unserer Seele."

(Therese von Lisieux)


(Bild: Rosengarten
im Herzogspark Regensburg
© Christian Scheinost)

Der vierte Sonntag in der österlichen Bußzeit ist der Sonntag "Laetare – Freue dich!" Die Mitte der Fastenzeit ("Mittfasten") ist überschritten, das Osterfest rückt näher. Daher hat dieser Sonntag einen fröhlichen, tröstlichen Charakter.

Therese von Lisieux sagte einmal: "Die Freude steckt nicht in den Dingen, sondern im Innersten unserer Seele." Unser Körper ist ein Raum. Er nimmt Raum ein und gibt Raum. Er gibt dem Atem Raum, den Organen, dem Sauerstoff, der durch unsere Adern fließt. Wir sprechen vom Kopfraum, vom Brustraum, vom Beckenraum. Im Innersten unseres Körpers wohnt die Seele. Der Apostel Paulus schreibt im ersten Brief an die Gemeinde von Korinth (1 Kor 6,19), dass unser ganzer Körper ein heiliger Raum, ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Aus dieser geisterfüllten Seele heraus, beseelt leben wir Christinnen und Christen. Dieses Innerste, die Mitte der Lebendigkeit ist auch der Ort der Heilung, des Heilseins, der Erlösung. In unserer Seele ist alles angelegt, was wir brauchen, um in den Begrenzungen und Unabwägbarkeiten des Lebens nicht unterzugehen. Und das hat Gott in uns bewirkt durch die bedingungslose Liebe Jesus Christi.

Diese Verheißung durchzieht unser Leben. Sie ist eine Realität, die – so meine Wahrnehmung – da und dort mehr oder weniger in den Hintergrund geraten ist. Viel stärker scheinen das Unvollkommene, das Zerbrechliche, die zerstörerischen Mächte in uns selbst und in dieser Welt zu sein, auf die es eine adäquate Antwort geben muss auf der Seite des kirchlichen Lebens im Fasten, Opfern, Sühnen und auf der Seite des weltlichen Lebens mit Gesetzgebungen, die den Frieden aufrichten, die Würde des Menschen achten und Gerechtigkeit gewährleisten.

Das Evangelium dieses Sonntages aus dem Johannesevangelium erzählt ein Gespräch zwischen Nikodemus und Jesus, in dem Glaube und Unglaube thematisiert werden, die zur Rettung der Seele oder einem "Verspielen der Rettung" führen. Johannes umschreibt das Gegensatzpaar mit dem Weg im Licht und mit dem Weg in der Finsternis. Im Hintergrund steht die johanneische Gemeinde, die in einem von Juden dominierten Umfeld lebt. Diese Juden lehnen Jesus und seine Lehre ab und damit auch die, die ihm nachfolgen. Der Evangelist will Mut machen, sich bewusst immer neu für Jesus, für den göttlichen Heilsweg zu entscheiden und das auch nach außen sichtbar zu machen, ungeachtet der Folgen wie Verfolgung und Missachtung, die auftreten könnten. Jesu Worte halten die Gewissheit wach, dass es immer eine Alternative gibt zu den zerstörerischen Mächten dieser Welt (wie Krieg, Gewalt, sexueller und geistlicher Missbrauch, Be- und Verurteilungen, …), eine von Gott kommende, viel versprechende Wahrheit, die aus den Aussichtlosigkeiten ausbricht und in eine heilvolle Zukunft weist.

Der zugesprochene Mut ist gepaart mit der Freiheit, Rettung zu erlangen oder sie auszuschlagen. Die Freiheit wiederum ist begründet in der Liebe Gottes, die ermöglichen will, ohne zu gängeln, dass jeder Mensch seinen Weg zu seiner Wahrheit verankert in seiner Seele findet.

Mut zu haben, in Freiheit zu leben, wählen zu dürfen entsprechend seinen und ihren je eigenen Lebenssituationen und zugleich die Verheißung zugesprochen zu bekommen: Ich begleite dich in jeder Sekunde deines Lebens, denn du bist gerettet, erlöst, das ist für mich Frohe Botschaft, Freude. Zu dieser Freude sind wir alle an diesem Sonntag eingeladen.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 3,14-21

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat,
    so muss der Menschensohn erhöht werden,

    15 damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat.

    16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab,
    damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

    17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet,
    sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

    18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet;
    wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
    weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

    19 Denn darin besteht das Gericht:
    Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
    denn ihre Taten waren böse.

    20 Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht,
    damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.

    21 Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht,
    damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Gebetsvorschlag

Uns liebender Gott,
in und mit dir sind wir Erlöste.
Diese Verheißung der künftigen Unsterblichkeit
können wir auch schon im Hier und Jetzt erfahren,
überall dort wo wir Rettung, Befreiung und einen Neuanfang erleben.
Ausgestattet mit deiner Verheißung lass uns unsere Vergangenheit annehmen.
Ausgestattet mit deiner Verheißung lass uns die Gegenwart gestalten.
Ausgestattet mit deiner Verheißung lass uns froh in die Zukunft blicken.
Ausgestattet mit deiner Verheißung sende uns nun in die Welt.
Amen.

Meditation

LAETARE – Freue dich!

Denn:

Gott lebt in dir,

in der Mitte deines Seins.

Du bist beseelt.


LAETARE – Freue dich!

Denn:

Dir ist vergeben.

Du bist erlöst

und geheilt durch seine Wunden.


LAETARE – Freue dich!

Denn:

Eine Verheißung durchzieht dein Leben:

Jede Aussichtlosigkeit,

jedes Leid,

selbst der Tod

sind überwunden

durch IHN, der in dir lebt.


LAETARE – Freue dich!

Denn:

Der Glaube erfüllt dein Leben

mit Hoffnung,

mit Vertrauen,

mit einer Kraft,

die heilt und ein bewusst geglücktes Leben schenkt.


(4. Fastensonntag "Laetare" Lsj. B – 12.03.2021 © Christian Scheinost)