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Impuls

6. Sonntag im Jahreskreis - Karneval

Karneval:

Die Zeit,

in der

der Humor

ernst macht.

(KarlHeinz Karius)


(Hundertwasser Kunsthaus Abensberg/Niederbayern
© Christian Scheinost)

  • Lesen der Bibelstelle Mk 1,40-45

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    40 Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe;
    er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen.

    41 Jesus hatte Mitleid mit ihm;
    er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will - werde rein!

    42 Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein.

    43 Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an

    44 und sagte zu ihm:
    Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh,
    zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar,
    was Mose festgesetzt hat - ihnen zum Zeugnis.

    45 Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war;
    er verbreitete die Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
    er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
    Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

Hört, Schwestern, Brüder, Gotteskinder,
hört Freunde, Fremde, Alltagssünder,
hört Schlechte, Gute, hört, ihr Besten,
hört, ihr vom Osten und vom Westen,
hört alle, die ihr wohlgesonnen
diesen Impuls habt genommen:

Im Evangelium wurde uns von Markus erzählt,
was passiert, wenn die Gemeinschaft fehlt:
Zu Jesus kommt ein Mann voll Leid und Pein.
Es kann sicherlich auch eine Frau gewesen sein.
Sein Leben ist am Boden zerstört,
Freude und Gemeinschaft sind ihm verwehrt.
Eine Hautkrankheit muss er schmerzhaft erleiden
und noch schlimmer, dazu ihn noch alle meiden.
Denn Aussatz bekommen nur die Sünder,
so sind überzeugt des Volkes Israels Kinder.
Und wer ihnen gib die Hand - welch ein Skandal -,
der wird selbst unrein und ein Krankheitsfall.
"Unrein, unrein!" sollen sie schreien, möglichst laut,
damit sich bloß keiner in ihre Nähe traut.
Jesus, Gott-sei-Dank, das anders sieht und lebt,
seine Tat den Aussätzigen aus dem Elend hebt.

Eine wundersame Geschichte wird da erzählt,
die doch keinen Bezug zu uns heute enthält.
Doch halt! So einfach dürfen wir es uns nicht machen,
gibt’s nicht bei uns heute auch solche Sachen?
Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule:
"Da ist der Idiot!" und "Da ist der Coole". …

Ein Jahr hält uns der Coronavirus in Atem nun,
Aerosole schwirren und lassen Menschen erkranken rundherum,
Klopapier und Hefe sind die Hoffnungszeichen,
mit denen sich alle tun bereichern.
Covid19 streut Sand ins menschliche Getriebe,
Handwerker und Einzelhändler müssen schließen ihre Betriebe.
Die Haare und Zehnnägel werden lang
seit Wochen, seit der Lockdown begann.
Und nun eine neue Gefahr, die Mutanten,
an denen Kinder und Alte erkranken.
Quarantäne, Kontaktbeschränkung heißt der Aussatz heute.
Wir brauchen nicht lange zu suchen, ihr lieben Leute.

Aussatz heute hat viele Formen
und durchkreuzt die gewohnten Normen.
Veränderung und Wandel haben wir nicht gern,
denn ihnen sind unsere alten Traditionen so fern.
Wir wollen leben aus der Vergangenheit
und ignorieren da auch so manches erfahrene Leid,
damit die Vergangenheit die Gegenwart macht
und diese eine gute Zukunft hat.
Doch der Aussatz ist wichtig für unser Leben,
um den Glauben mit dem Leben zu verweben.

Allerdings es ist in aller Herzen so zu spüren,
der Glaube allein kann das christliche Leben nicht regieren.
Es braucht das Geld, den Besitz und die Macht,
damit der ganze Kirchenladen nicht zusammenkracht.
Synodaler Weg, neue Konzepte und Großpfarreien,
Freistellung des Zölibats und Frauen, die die Messe feiern,
all das steht auf der Liste von Bischöfen und Laien.
Und doch sagt man da und dort: Es soll möglichst alles beim Alten bleiben,
die Kirche im Dorf, das Geld in der eigenen Kirchenkasse,
das lassen wir nicht zu, dass andere das „Unsrige“ verprassen.
Das Kirchenkind scheint schon lange im Brunnen zu liegen,
und schreit unaufhörlich: Was habt ihr mit mir getrieben?
Guter Rat ist nun teuer.
Es braucht ein neues Begeisterungsfeuer,
das erleuchtet und wärmt der Christen Herz
und den Glauben an Jesus Christus vermehrt.
Viele fragen sich: Wie kann man es entfachen,
reichen die gewohnten Gebote und sakramentalen Sachen?

Die Synode im Bistum Trier geht dazu in eine neue Runde.
Sondierung heißt nun das Gebot der Stunde.
Auf dem Weg zum pastoralem Großraum
sie nun auf Fusion und Zusammenhalt bau‘n.
Egal was kommt, der Herrgott wird es schon richten,
keiner muss auf seine Hilfe verzichten.

Jesus heilt im Evangelium wunderbar.
Auch wir sollen so handeln durch das Jahr.
Nur bei Wundern fragt man sich,
Jesus kann das, aber doch nicht ich?
Wunderheilungen sind nicht so wichtig.
Die kleinen Schritte, die sind richtig.

Offen durch die Welt zu geh‘n,
Ängste unsrer Nächsten seh‘n.
Diese nicht in ihren Sorgen lassen,
damit könnten wir uns befassen.

Zudem haben wir über Jesus gehört,
dass er sich an Unrecht stört.
Bei ihm wurde ein Aussätziger rein,
sollte das bei uns nicht auch so sein?
Jesus will, dass man sich und and‘re achtet,
nicht alles nach Leistung nur betrachtet. 
Achtet also auf Gemeinschaftssinn,
und führet auch and‘re dazu hin.

Das wars nun, was heut‘ gesagt sein muss.
Ich mach nach Narrenweise jetzt Schluss
und ruf euch zu, ihr Herren, ihr Damen,
zuerst Alaaf und dann noch Amen.