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Impuls

Hochfest Mariä Himmelfahrt

"Sei du selbst

die Veränderung,

die du dir wünschst

für diese Welt."

(Mahatma Gandhi)


(Darstellung Maria Himmelfahrt,
Wallfahrtskirche Kappl bei Waldsassen in der Oberpfalz
© Christian Scheinost)

Wer regiert die Welt? Wem gehört die Welt? - Den Starken, den Mächtigen in der Weltpolitik und Landespolitik oder denen, die das nötige Kleingeld haben, den Reichen, den Angesehenen?

Wem gehört die Welt? Denen, die Arbeit haben oder den Kindern, die jetzt geboren werden, die in eine Zukunft aufbrechen, die allen Vorzeichen nach finanziell unsicherer sein wird als heute? Eine Zukunft geprägt vom Klimawandel und einer sozialen Vereinsamung?

Wer regiert die Welt? Mir kommt so ein Bild dabei in den Sinn: die Menschheit sitzt rundum und auf einem brodelnden Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann. Alle haben Angst, von giftiger und glühend heißer Lava getötet zu werden und stoßen einen stummen, einen ohnmächtigen Schrei aus: Wir wollen leben, wir wollen nicht untergehen? Der Schrei ist stumm und wird nicht gehört und deswegen bleiben allen sitzen und es ändert sich nichts!

Dieses Bild passt – so erspüre ich es – auf die Menschen unserer Tage. Die Ohnmacht, die sie erfahren in der Weltpolitik und im eigenen Land, in einem nicht mehr wegzuleugnenden Klimawandel, der unsere kleine und große Welt verändert, in Krankheit und Not, im Leid der Flüchtlinge, und auch in der Kirche mit ihren Skandalen und im Glaubensleben, das nicht immer einfach ist. Eine Erfahrung, die wir teilen mit der Gemeinde des Lukas, die fragten: Wo ist Gott und wann kommt Jesus wieder und richtet sein Reich auf? Wann erscheint er und unterwirft unsere Gegner, die Juden und die Römer, die uns verfolgen und töten. Sie leben in einer Ausnahmesituation. Wie lange müssen wir noch warten?

In diese Situation hinein schreibt Lukas sein Evangelium und lädt seine Gemeinde damals und uns heute dazu ein, das Leben mit den Augen und der Hoffnung Jesus Christi zu leben und so zu spüren, er ist schon längst unter ihnen. Und in besonderer Weise zeigt uns dies auch die Vision Mariens, das Magnifikat.

Es braucht ein gerechtes, faires und friedliches Zusammenleben aller Menschen, Gleichberechtigung aller und gleiche Würde für alle Menschen. Es braucht keine Verurteilung und Bewertung, sondern eine Offenheit, so wie Gott die Menschen sieht. Wenn jemand mit ihm nichts zu tun haben will, nimmt ER diese Entscheidung ernst. Nicht wenige Mitglieder seiner Kirche lassen scheinbar diese Freiheit nicht zu, vielmehr muss jeder und jede überzeugt werden zu glauben.

Was braucht der Mensch? Was brauchen wir, die wir um und auf dem brodelnden Vulkan sitzen und unsere Ohnmacht erleben? Ein Ziel, eine Vision, die uns über unsere Lethargie hinaussehen lässt, einen Motor, der unser Lebensauto antreibt weiterzufahren, eine Hoffnung, die nicht zugrunde gehen lässt. Gott gibt uns eine Vision, ein Ziel Erlösung, Verwandlung. Hier und jetzt im Leben ist sie erreichbar, wenn ich als Mensch will: Die Mächtigen vom Thron zu stürzen heißt, z.B. alles, was über mich Macht hat und mein Leben behindert, zu erkennen und zu verändern: die Macht meiner Ohnmacht und meines Selbstmitleides, die mich lähmen, die Macht der Süchte, in die ich abtauche in eine Traumwelt hinein, auch das Geld, das mir auch vorgaukelt, nur so ist das Leben sinnvoll. Das Magnifikat hat eine viel tiefere Botschaft als wir denken. Wenn wir danach leben, wird der Himmel auf der Erde anbrechen, wir werden alle, wie Maria, im Himmel sein. Das ist die Hoffnung, zu der uns Gott einlädt.

Maria Himmelfahrt ein Hoffnungsfest für uns, für die Kirche, für die Welt.

  • Lesen der Bibelstelle Lk 1,39 - 56

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    39 In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg
    und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

    40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

    41 Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.
    Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

    42 und rief mit lauter Stimme:
    Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

    43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

    44 Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,
    hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

    45 Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

    46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn 

    47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. 
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

    49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

    50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

    51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: 
    Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    52 er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

    53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.

    54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,

    55 das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Gebetsvorschlag

Uns liebender Gott,

wie Maria sind wir, die wir glauben, berufen, Hoffnungsträger zu sein.

Lass uns durch deine Gegenwart,

   die wir in deinem Wort erspüren

   und auch im Leib und Blut deines Sohnes

positiv denken und handeln lernen,

und immer neu aufbrechen in eine Welt,

in der wir allen Menschen Wert und Würde geben,

keinen abschreiben und am Wegesrand stehen lassen.

Lass uns die Armen und Hungrigen satt machen

und den Unterdrückten Gerechtigkeit schenken.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

Meditation

DU Gott,

du bist der Größte für mich,

das Wertvollste, was ich habe,

wundervollbringend, heilsam..

Bei dir bin ich keine Nummer,

kein Produkt des Zufalls,

sondern ein durch und durch geliebter Mensch

und das für immer und ewig.

Dich bete ich an und preise dich.


DU Gott,

bist barmherzig zu jedem Menschen,

zu jedem und jeder, die mit dir leben und glauben wollen.


DU Gott,

veränderst die Welt durch deine Liebe:

Der Hochmut wird zur Demut,

das Große klein und das Kleine groß.

Das Wertlose bekommt Wert,

alle, die am Rand stehen,

menschenunwürdig abgestempelt, ins Abseits geschoben,

beschenkst du mit deiner Nähe,

in der sie aufatmen, neu zu leben beginnen.


DU Gott,

du sättigst meinen Hunger

   nach dem „Mehr im Leben“

und du löschst meinen Durst

   nach Sinn,

weil du mich erlöst und für den Himmel bestimmt hast,

gestern schon,

und heute wieder

und für alle Ewigkeit.


("Mein Magnifikat" zum Hochfest Mariä Himmelfahrt – 30.07.2021- © Christian Scheinost)