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Impuls zum Palmsonntag

Ob wir wohl

Jesus

als König erkennen

und mit Jubel

empfangen,

wenn er

bescheiden

und demütig

daherkommt?

(Christian Enke)


(Bild: Waldfriedhof Scharbeutz   
© Christian Scheinost)

Das Coronavirus hält uns gefangen, nun ein ganzes Jahr lang. Erste Welle, zweite Welle und nun die dritte Welle. Lockdown. "Osterruhe", Kontaktbeschränkungen, auch fehlerhafte politische Entscheidungen zur Eindämmung des Virus und auf der anderen Seite die Entwicklung von "Wegen in die Freiheit" wie z.B. in Tübingen. Mit einem negativen Test soll dort eine Teilnahme an Veranstaltungen oder einem Treffen im "Straßencafé" oder in der Gaststätte möglich sein.

Neben der Corona-Pandemie beschäftigt uns Christinnen und Christen unsere Kirche, die scheinbar sehenden Auges an die Wand fährt. Sexueller und geistlicher Missbrauch, der Umgang mit Menschen, die nicht der "Norm der Kirche" entsprechen, die "Frauenfrage" und römische Entscheidungen erschweren glaubwürdig für die kleine und große Welt zu wirken. Und in den Pfarreien steht  in meiner Wahrnehmung der Ritus immer öfter gegen das Evangelium. Mit den Gottesdienstangeboten und "üblichen Traditionen" erreichen wir fünf bis sieben Prozent der Gläubigen, für die anderen 95 Prozent der Christinnen und Christen bleibt wenig Zeit. Jedoch Kirche ist eben nicht nur Gottesdienst, Andachten, liturgische Feiern von Weihnachten bis Ostern und von Pfingsten bis Weihnachten, sondern vielmehr eine Gemeinschaft, die im Glauben an die Frohe Botschaft ihr Leben gestaltet. So gibt es unterschiedliche Orte, wo Kirche lebendig ist: In gottdienstlichen Feiern in den Kirchen, in der pädagogischen Arbeit unserer kirchlichen Kindergärten, in Jugendeinrichtungen, Caritas-Sozialstationen oder in der Familie dort, wo Eltern mit ihren Kinder oder Partner in einer christlichen Einstellung miteinander umgehen.

Es verändert sich so vieles, wir befinden uns in einer Krise. Wenn wir Krisenphasen auch gerne überspringen wollen, können wir sie auch als Chance betrachten, mit einem veränderten Fokus auf unser Leben zu sehen, z. B. die Coronakrise auch als eine Entschleunigung des Lebens wahrzunehmen.

Und doch sehnen sich viele Menschen nach einem einfacheren Weg, ohne sich selbst verändern zu wollen, rufen sie nach Heilsbringern, die für sie handeln. Ein Retter wird gebraucht, einer, der Sicherheit vermittelt; einer der Ordnung schafft, einer, der für Gerechtigkeit sorgt; einer, der das Klima wieder in Ordnung bringt; einer, der die Diktatoren und die Konzerne in die Schranken weist …

Mit dem Palmsonntag wird ein Retter uns gezeigt: Jesus Christus. Und er soll es richten für uns. Er hat uns doch durch Tod und Auferstehung erlöstes ewiges Leben geschenkt. Also kann er und muss er uns doch auch helfen im Alltag.

Nicht ein "wenn-dann" steckt in Jesus von Nazareth, sondern Demut und Bescheidenheit, Schwäche und Hingabe, mit der die wahre Rettung der Welt beginnt. Mit grünen Zweigen jubeln die Menschen ihm zu, dem König. Grüne Zweige stehen für das Leben, das er bringt, ein Herausgelöst sein aus Macht, Ansehen und Leistung hinein in die Gewaltlosigkeit, in ein einander Gutes tun ohne Beurteilung und Abwertung. Das ist der Weg in und aus seiner "Lebenskrise" und zu diesem Weg lädt er uns alle ein.

  • Lesen der Bibelstelle Mk 11,1-10

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    1 Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg,
    schickte er zwei seiner Jünger aus.

    2 Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
    gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Fohlen angebunden finden,
    auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und bringt es her!

    3 Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet:
    Der Herr braucht es; er lässt es bald wieder zurückbringen.

    4 Da machten sie sich auf den Weg
    und fanden außen an einer Tür an der Straße ein Fohlen angebunden
    und sie banden es los.

    5 Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen:
    Wie kommt ihr dazu, das Fohlen loszubinden?

    6 Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte,
    und man ließ sie gewähren.

    7 Sie brachten das Fohlen zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier
    und er setzte sich darauf.

    8 Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg aus,
    andere aber Büschel, die sie von den Feldern abgerissen hatten.

    9 Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen:
    Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!

    10 Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt.
    Hosanna in der Höhe!

    11 Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel;
    nachdem er sich alles angesehen hatte,
    ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus.

Segensgebet für die Palmen

Guter Gott,
wir sind mit unseren Palmen und Zweigen gekommen,
um unseren König, Jesus Christus, zu grüßen und zu ehren.

Segne diese Palmen und Zweige,
     die wir in unseren Händen halten
     und die wir ans Kreuz stecken werden.
Sie sind Zeichen des Lebens und unserer Hoffnung.

Voller Freude machen wir uns mit ihnen auf den Weg,
um mit Christus in die Heilige Stadt einzuziehen.

Stärke unseren Glauben,
dass wir unser ganzes Leben mit ihm auf dem Weg bleiben,
bis wir in das himmlische Jerusalem einziehen dürfen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Meditation

JESUS CHRISTUS

König und Erlöser,

auf einem Esel reitend,

demütig, bescheiden, machtlos,

ziehst du damals ein in Jerusalem

und heute in mein Leben!


Die Menschen damals rufen "Hosianna"

und ein wenig später "Kreuzige ihn".


So ist auch mein Leben,

das Leben als Christ, als Christin,

manches Mal begeisternd und hoffnungsvoll

und dann auch wieder ohnmächtig,

frustrierend, krisenhaft.


Auf DICH vertrauend

verändert sich mein Leben,

liegt in der Bescheidenheit Stärke,

in der Hingabe ewiges geglücktes Leben,

in den kleinen und großen Toden das erlöste Leben.


Mit DIR erlebe ich

Hoffnung,

Frieden,

Licht,

Leben!


(Palmsonntag Lsj B – 26.03.2021 © Christian Scheinost)