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Impuls zum Hochfest Christkönig

"Sein Leben

zu lieben heißt,

sein Leben

zu leben.

Ohne Wenn

und Aber!"

(Lisz Hirn)


(Bild: Deckengemälde
in St. Anna in Augsburg
© Christian Scheinost)

"Solange wir glücklich sind, kommen wir ohne Wenn und Aber aus." (Brigitte Fuchs)
Ich glaube, eine menschliche Beziehung ist nur dann wirklich glücklich, wird als gelungen, geglückt angesehen, wenn sich die Partner einander ohne Wenn und Aber akzeptieren. Das ist schon anspruchsvoll. Ich kann mir jedoch einfach nicht vorstellen, dass eine Beziehung funktioniert, wenn da ständig ein "Aber" im Raum steht. Der Schriftsteller Ludwig Reichert schreibt: "Wohin bloß mit den Aber-Geistern? Mit Leuten, die stets >aber< sagen. >Mag ja sein, aber…<. >Okay, aber…<. Gesprächstöter sind das. Immer nur Einwände haben… Immer dagegen sein… vergiftet die Atmosphäre, zerstört das Miteinander."

Für ein gutes gelungenes Miteinander braucht es Akzeptanz. Wir wollen als die Person angenommen und geliebt werden, die wir sind, mit allen Stärken und Schwächen, Licht- und Schattenseiten. Akzeptanz lenkt den Blick vom Äußeren auf das Innere eines Menschen. Es ist sicherlich nicht die Bereitschaft, alles gut zu heißen, was mein Gegenüber tut, jedoch auch nicht, von meinen Erwartungen her, den anderen zu beurteilen. Es bedeutet vielmehr, dass ich die Bereitschaft aufbringe, neugierig und mutig hinzuschauen, wie es ihm geht, seine Gefühle "anschaue", seine Wünsche, Begierden, Bedürfnisse, Gedanken, Fantasien und was es sonst noch alles in ihm zu entdecken gibt. Es ist ein Zulassen dessen, was da ist, offen und wertfrei, es ist Respekt und Achtung. Ja, das ist gewiss ganz schön anspruchsvoll und doch, so glaube ich, ist das der einzige Weg, miteinander zu einem geglückten und gelungenen Leben zu finden.

Negative Beispiele, Situationen im Leben von Staat, Gesellschaft, örtlicher Gemeinschaft, Familie, Beruf und Kirche, in denen Menschen einander nur schwer oder gar nicht akzeptieren können, führen stets zu Begrenzungen, Vorurteilen, Streit, Unfrieden, Trennung, zu Gefühlen, die weh tun, auf der einen wie auch auf der anderen Seite, und im Weltgeschehen zu Krieg, Terror, Vernichtung.

Die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben bewegt die Menschen schon immer. Im Alten und Neuen Testament ist sie verbunden mit dem "Kommen des Messias". Aber der Messias, der da kommt, passt nicht in das Denken der Menschen, davon erzählt das Evangelium dieses Sonntages. Jesus hängt als Versager am Kreuz, wird verspottet und verhöhnt. Lukas schreibt an die 2. Generation nach dem Tod Jesu, also 60 Jahre nach der Kreuzigung und ihn bewegt vor allem die Frage, was diese Ereignisse im Leben Jesu für ihn und seine Zeitgenossen zu bedeuten haben. Und er will in dieser durch ihn bewusst gestalteten Szene sagen: Jesus liebt ohne Wenn und Aber. Er achtet und berührt den Menschen. Er nimmt ihn an, so wie er ist, mit seinen Stärken und Schwächen. Auf den Hohn der Soldaten und Pharisäer wie auf den Spott des einen Verbrechers neben ihm antwortet er nicht. Er nimmt sie alle an und sieht tiefer, genauso wie den anderen Verbrecher, dem er bewusst zuspricht: "Du wirst heute noch mit mir im Paradiese sein."

Gott liebt ohne Wenn und Aber, das ist für mich unfassbar, unglaublich, unbegreiflich. Das ist jedoch auch besonders, würdevoll, einzigartig, königlich. Jesu Königtum sagt: "Nicht Gewalt löst, sondern Liebe." Wir alle sind eingeladen, ihm auf diesem Weg zu folgen.

  • Lesen der Bibelstelle Lk 23,35b-43

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    In jeder Zeit

    35 verlachten die führenden Männer Jesus und sagten:
    Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten,
    wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.

    36 Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig

    37 und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst!

    38 Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden.

    39 Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
    Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns!

    40 Der andere aber wies ihn zurecht und sagte:
    Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.

    41 Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
    dieser aber hat nichts Unrechtes getan.

    42 Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!

    43 Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Gebetsvorschlag

Christus, du unser König,
du schenkst Achtung und Respekt.
Du liebst uns ohne Wenn und Aber,
nimmst uns an, so wie wir sind,
mit unseren Licht- und Schattenseiten.
Wir danken dir, du König am Kreuz,
für deine Zuwendung, dein Erbarmen,
deinen Frieden, deine Erlösung,
und dass du uns damit in der Macht der Liebe,
die ewiges geglücktes Leben eröffnet,
eine neue Weltordnung aufschließt.
Hilf uns,
Schwestern und Brüder, Menschen
dieser neuen Welt zu sein.
Amen.

Meditation

GOTT LIEBT DICH

OHNE WENN UND ABER!

Er achtet und respektiert dich.

Er akzeptiert dich

   als ein einzigartiges Geschöpf,

   als sein Kind,

   als sein Ebenbild

mit deinen Stärken und Schwächen,

mit deinen Licht- und Schattenseiten.
 

GOTT LIEBT DICH

OHNE WENN UND ABER!

Das ist  unglaublich,

             unfassbar,

             unbegreiflich.

Das ist einzigartig,

             würdevoll,

             königlich.

Das ist Erlösung.
 

GOTT LIEBT DICH

OHNE WENN UND ABER!

Er zeigt dir den Weg zum erfüllten Leben,

einander anzunehmen ohne Wenn und Aber,

den anspruchsvollen Weg zu gehen,

damit das himmlische Königreich auf Erden anbricht.
 

GOTT LIEBT DICH

OHNE WENN UND ABER!

Nimm es an und freue dich,

bete an und lobsinge IHM!


(34. Sonntag im Jahreskreis Lsj C – Hochfest Christkönig – 18.11.2022 © Christian Scheinost)