Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner ablegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Impuls zum 12. Sonntag im Jahreskreis

Beim Beten

"in der Stille

des Herzens

sagt Christus leise:


HAB KEINE ANGST,

ICH BIN BEI DIR."


(Frère Roger Schutz)

Papst Franziskus hat am vergangenen Sonntag Fronleichnam in Rom gefeiert und beim Angelus-Gebet sprach er zu den Christinnen und Christen auf dem Petersplatz über die "Eucharistie". Im Sakrament der Eucharistie ist Jesus gegenwärtig "um in uns aufgenommen, jene erneuernde Kraft zu werden, die nach jedem Innehalten, nach jedem Sturz, in uns die Energie und den Wunsch weckt, wieder aufzustehen". Doch das erfordert auch, so führte er weiter aus, eine Bereitschaft, "unsere Art zu denken und zu handeln verwandeln zu lassen, sonst werden die Eucharistiefeiern, an denen wir teilnehmen, auf leere und formelle Riten reduziert." 

Die Feier der Eucharistie ist ein Höhepunkt christlichen Lebens und Glaubens, weil wir in ihr die Nähe und Gegenwart Gottes erfahren und erspüren können. Das gilt auch für jede andere Gottesdienstform, bei der Menschen im Geist Jesu Christi zusammenkommen, beten und feiern und erleben: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!" (Mt 18,20).

Ebenso erfahren wir die Nähe Gottes dort, wo uns menschliche Schwäche, menschliches Leid, Not, Ohnmacht begegnet. In Mt 25,40 lesen wir: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Dabei nimmt Matthäus die Hungrigen, Durstigen, die Fremden , Kranken und Gefangenen in den Blick.

Der Glaube, der uns trägt, Mut macht, "die Energie nach jedem Sturz wieder aufzustehen", ist nicht allein für die Pflege der Innerlichkeit und Hebung des Gemüts da, er will eine Gemeinschaft aufbauen, in der Leben für alle möglich ist. Der Glaube erzeugt eine Atmosphäre, in der Liebe herrscht, die nicht beurteilt oder verurteilt, die jeden einzelnen in seinem andersartigem Sosein annimmt. Da spüren wir Gerechtigkeit und Frieden. Der Glaube eröffnet den Weg hin zu einem gelingenden Leben, das Menschen durch andere Menschen herauslöst und befreit aus Strukturen, die ihn zerstören, knechten, vernichten wollen. Der Glaube bedeutet Verantwortung zu übernehmen für die Bewahrung der Schöpfung und für den Schutz jedes menschlichen Lebens, das durch Gewalt, durch Armut, Hunger und Krankheit bedroht ist. Die Demonstrationen gegen Rassismus in der vergangenen Wochen überall auf der Welt sind z. B. ein Zeichen, für die Einzigartigkeit jedes menschlichen Lebens auf die Straße zu gehen und seine Stimme zu erheben.

Wer sich einsetzt, setzt sich bekanntlich auch immer aus, der Kritik der anderen, auch ihrer Gewalt, ihrer Gegenmeinung, mit der sie mich mundtot machen wollen.

Das erlebten die Christinnen und Christen der Gemeinde, an die Matthäus sein Evangelium schreibt. Sie setzten sich für die Wahrheit der Liebe entsprechend der Botschaft Jesu Christi ein und wurden an den Rand gedrängt, verfolgt, sogar getötet. Und auch heute wird die Kirche verfolgt und Gläubige werden belächelt. In dieser Situation damals sagt Matthäus die Worte Jesu: "der Diener, der Jünger, die Jüngerin ist nicht besser dran als Sein Herr Jesus Christus und „Fürchte dich nicht vor den Menschen, dem Leid und der Not!“ Fürchte Gott, ehre Ihn und mache Seine Lebensweisheit - "Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt!“ - zu deiner Lebenshaltung. Und wenn es auch nicht immer leicht ist:

Fürchte dich nicht! – Du bist einzigartig und wertvoll!
Ich bin mit dir! Meine Gnade genügt. Ich bin und bleibe immer bei dir!

  • Lesen der Bibelstelle Mt 10,26-33

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    26 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

    27 Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!

    28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!

    29 Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.

    30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.

    31 Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

    32 Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

    33 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Gebetsvorschlag

Du Gott mit uns,
ich staune über Menschen,
die keine Furcht zu haben scheinen,
weil sie Deinen Sohn auf ihrer Seite wissen.
Mich beschleichen immer wieder Ängste.
Mein Herz ist auch verzagt, verunsichert
über so viel Leid, Krankheit, Not und Unfrieden in der Welt.
Öffne mich für Deine Weite,
schenke mir Vertrauen, Furchtlosigkeit, Mut
und den Glauben daran,
dass Deine liebevolle Vorsehung
den Lauf der Dinge und das Schicksal der Menschen bestimmt.
Amen.

 

Meditation

GOTT,

DU

über mir –

da beschützt du mich,

neben mir –

da stehst du mir bei,

unter mir –

da hältst du mich geborgen,

hinter mir und vor mir –

da sorgst du für mich.

 

GOTT,

DU!

Ich freue mich darüber,

dass ich für Dich einzigartig und wertvoll bin

und ich im Blick deiner Augen leben darf.

Dafür und für deine Nähe

sage ich DANKE!

 

GOTT,

DU

begleitest mich

durch meine Angst und Furcht hindurch,

durch Not, Leid und Ohnmacht.

DU schenkst Hoffnung und Mut.

Ich weiß, ahne, glaube:

DU BIST MIT MIR!

 

(12. Sonntag im Jahreskreis Lsj A – 16.06.2020 © Christian Scheinost)