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Impuls zum 14. Sonntag im Jahreskreis

GEH

IN DIE SCHULE GOTTES!
 

Seine Liebe,

Barmherzigkeit und Demut

verändern die Welt.

"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!" Diese positive, weiterführende Lebensweisheit des römischen Philosophen Aeneas Seneca, die seitdem von unzähligen Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern gebraucht und uns allen schon mal zugesprochen wurde, braucht Zeit und auch Lebenserfahrung um sie zu begreifen. Wir lernen lesen, damit wir z. B. Straßenschildern folgen können. Wir lernen rechnen, damit wir unsere Bankauszüge überprüfen können. Wir gehen in die Lehre, um ein Handwerk zu erlernen, das uns unseren Lebensunterhalt sichert. Wir machen den Führerschein, um ein Auto lenken zu können. Wir machen Fortbildungen. ... Wir lernen, um das Leben für uns und andere gut gestalten zu können. Dabei darf sicherlich nicht die negative Seite übersehen werden, Menschen können damit auch das Leben vernichten.

Wir lernen nicht nur für das Leben, sondern auch vom Leben: Wir können lernen, dass nicht alle unsere Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen, dass wir begrenzte Wesen sind, geistig, körperlich. Vom Leben im Lockdown in der CoronaPandemie könnten wir lernen, dass nicht der Mensch allein Gott ist und alles kann. Er ist angewiesen auf Gott, die Schöpfung und seine Mitmenschen.

Lernen wir auch von Jesus für das Leben?
Welche Haltung lehrt er uns einzunehmen in Krisenzeiten, in Krankheit und Leid?
Wie kann das Leben gelingen, bewusst glücken für mich und in Gemeinschaft mit anderen Menschen und der ganzen Schöpfung?

Mahatma Ghandi sagte einmal, er hätte von keinem Menschen mehr gelernt als von Jesus. Ohne die Bergpredigt wäre das revolutionäre Werk dieses Friedensstifters nicht möglich.

Was könnten wir von Jesus lernen?

Es braucht für ein "erlöstes Leben" ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Ruhezeiten. Jesus zog sich stets in die Stille zurück, um mit Gott Zwiesprache zu halten. Die Liebe ist der Grundstoff für jedes gelungene Leben. Gott liebt den Menschen auch mit seinen Fehlern und seiner seelischen Gebrochenheit. Und einander lieben, d.h. miteinander leben, soziale Gerechtigkeit schaffen, Frieden stiften, indem wir Unterschiede wahrnehmen und wertschätzen, positiv kritisierend einander begleiten, dieses liebevolle Handeln eröffnet den "Lebensraum Kirche".

Im Evangelium dieses Sonntags (Mt 11,25-30) lädt Jesus alle mühselig Beladenen ein. Das sind alle, die mit ihrem Lebenslatein am Ende sind, ohnmächtig vor scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten stehen, im Leid, in Gewalt gefangen.

Jesus will und wird sie erquicken, ihnen helfen, indem – so die Worte Jesu – sie von ihm lernen. Gott ist nicht nur ein "Automat", der meine Not heilt, sondern er will, dass wir in seine Schule gehen.

Er lehrt uns, Demut zu lernen, Ihm nicht vorzuschreiben, was er zu tun hat, sondern ihn wirken lassen. Er wird das tun, was gut ist für uns.

Er lehrt uns Barmherzigkeit, Liebe, Geschwisterlichkeit, die Kriege vom Grunde her verunmöglichen. Er lehrt uns, dass wir bei ihm willkommen sind, auch dann, wenn wir sündig und fehlerhaft leben, und lehrt uns, dies auch miteinander zu leben.

Matthäus lädt seine Gemeinde damals und uns heute ein, von Jesus zu lernen, keineswegs die Hände in den Schoß zu legen und nur auf den "großen Papa" zu warten, sondern tätig zu sein, die Welt zu gestalten, die Gemeinschaft der Kirche zu erfüllen mit der Heilsbotschaft Jesus, damit die Welt nach Himmel riecht.

  • Lesen der Bibelstelle Mt 11,25-30

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    25 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.

    26 Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

    27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

    28 Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.

    29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.

    30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Gebetsvorschlag

Lebensnot wendender Gott,
mit der Frohen Botschaft
willst du mir keine neuen Lasten auflegen.
Du willst mein Erlöser sein von allem, was mein Leben schwer macht.
Du willst meine Lebensnot wenden, mir Ruhe und Freude schenken.
Du willst, dass ich atme, aufatme
und eine Atmosphäre lebenswerten Lebens erfahre.
Öffne jetzt meine Ohren und mein Herz:
Lass mich auf dein Wort hören und von dir lernen, zu lieben und zu leben.
Amen.
 

Meditation

DU kannst die Welt verändern,

sie nach Himmel riechen lassen,

   nach Barmherzigkeit und Liebe,

   nach Erlösung und Befreiung.

 

DU kannst die Welt verändern,

und die Kirche als Lebensraum füreinander öffnen,

als Jüngerin und Jünger Jesu Christi,

in die Schule Gottes gehen.

 

DU kannst die Welt verändern,

die große Welt

und deine kleine Welt

von Familie, Partnerschaft und Freundschaft.

 

DU kannst die Welt verändern!

Dazu lädt Gott dich ein,

Schüler und Schülerin der Frohen Botschaft zu sein,

   ohne Fachwissen und Theologiestudium,

aber in einer Haltung erfüllt von Liebe,

gepaart mit Demut, die IHN wirken lässt.

 

DU kannst die Welt verändern

und du wirst sie verändern.

 

Gestalte – lebe – wirke!

 

(14. Sonntag im Jahreskreis Lsj A – 01.07.2020 © Christian Scheinost)