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Impuls zum 17. Sonntag im Jahreskreis

GOTT WILL,

DASS WIR GLÜCKLICH SIND!
 

Wo aber liegt

die Quelle dieser Hoffnung?

Sie liegt

in einer Gemeinschaft

mit Gott,

der im Grund der Seele

jedes Menschen lebt.


(Frère Roger Schütz)

Ein Schatz ist für jeden etwas anderes. Für den einen ist es ein schönes Geburtstagsgeschenk, für den anderen viel Geld, wieder für andere sind alte Gegenstände Schätze, rare Gegenstände, die, entsprechend der "Trödelshow" mit Horst Lichter, gerne zu Barem gemacht werden.

Ein Schatz ist für manche Menschen ein Gegenstand, der für andere kein Schatz ist, oder ein besondere Begabung, die eine andere nicht hat. Das, was für den einzelnen als Schatz angesehen und empfunden wird, hängt zusammen mit der Entwicklung, Weiterentwicklung der jeweiligen Persönlichkeit.

Die deutsche Pop-Rock-Band "Silbermond" hat einen Song geschrieben, der von einem ganz anderen Schatz erzählt. Im Songtext heißt es: "Ich habe einen Schatz gefunden, und er trägt deinen Namen. So wunderschön und wertvoll, mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. … Du bist das Beste, was mir je passiert ist, es tut so gut, wie du mich liebst."

Der andere Mensch, der mich liebt, mit dem ich eine lebendige, gelungene Beziehung lebe, er ist ein Schatz oder auch eine Perle. Und wenn ich ihn bei mir weiß, dann male ich - im Bild gesprochen - die Erde und den Himmel mit bunten Farben an, dann fühle ich mich wohl, manchmal auch im "siebten Himmel".

Ist Ihnen ein solcher Mensch schon begegnet, in dessen Nähe und Gegenwart Sie stark sind, alles ertragen und aushalten können, der Ihrem Leben eine gute Richtung gibt?
Ein Mensch, mit dem Sie zeitlos leben, alles andere als unwichtig ansehen können?
Haben Sie ihn gefunden in Ihrem Lebenspartner oder Ihrer Lebenspartnerin, im besten Freund oder der Freundin oder …?

Das Evangelium dieses Sonntags (Mt 13,44-52) erzählt von edlen materiellen Dingen, einem Schatz, einer Perle, für die sich ein Mann sowie ein Kaufmann begeistern und dafür alles andere aufgeben, loslassen und verkaufen, um den Schatz bergen zu können und die Perle zu besitzen.

Schon die frühen Kirchenväter haben den Schatz im Acker und die besondere Perle auf Jesus Christus bezogen und dabei geht es ihnen nicht um die Person, sondern die Beziehung zu ihm steht im Vordergrund.

Matthäus erlebt, dass die anfängliche Begeisterung der Christinnen und Christen seiner Gemeinde nachgelassen hat, Lauheit greift um sich. Dem will er entgegenwirken und lädt ein, mit dem Bild vom Schatz und von der Perle die Beziehung zu Christus neu zu vertiefen, zu erfahren, dass er das Beste ist, was ihnen je passiert ist. Es tut auch gut, dass er sie liebt. Da wird Glaube lebendig, der im Ureigensten heißt, sich etwas lieb und vertraut zu machen.

Glauben lebt von einer lebendigen Beziehung zum Herrn und nicht von der Befolgung von Vorschriften, Gesetzmäßigkeiten oder Aneignung von großem Glaubenswissen.

Glaube braucht die göttliche Person Jesus Christus, sich von ihm umarmen zu lassen, sich von ihm küssen zu lassen, was im Grunde das lateinische Wort "adoratio" ("Anbetung") bedeutet.

Es bleibt die Frage für jede und jeden von uns heute:
Wie steht es mit meinem Glauben?
Habe ich eine lebendige Beziehung zu Gott in Jesus Christus?
Ist er der Schatz, die kostbare Perle das Beste meines Lebens?
Ist er der, dem ich vertraue, immer, weil ich weiß, dass er es gut mit mir meint, weil er mich liebt?

Sollte es nicht so sein: Dann geh auf Schatzsuche!

  • Lesen der Bibelstelle Mt 13,44-52

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    44 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.
    Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein.
    Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

    45 Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.

    46 Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin,
    verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.

    47 Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz,
    das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen.

    48 Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer;
    sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. 

    49 So wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
    Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern

    50 und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

    51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja.

    52 Da sagte er zu ihnen:
    Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist,
    einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Gebetsvorschlag

Gott des Lebens,
Gott meiner Sehnsucht.
Lass mich glauben, dass es mehr gibt, als ich zu hoffen wage,
dass Licht wird, wo Dunkel ist,
dass Freude wächst, wo Trauer herrscht.
Lass mich dich spüren, den Schatz meines Lebens,
die kostbare Perle, das Beste, was mir je passiert ist.
Durch meine Begeisterung und Faszination für dich
Möge dein Reich, ein Stück gelungenes Leben, erfahrbar sein.
Amen.

 

Meditation

Gott,

du bist die Perle meines Lebens,

du bist mein Schatz,

ohne dich will ich nicht sein!
 

Ist das so

für Dich,

für mich,

für uns?
 

Wenn es nicht so ist,

dann gehe auf Schatzsuche,

und lass Gott in deinem Leben wirken;

Und wenn es so ist,

dann spüre ihn,

denn er verwandelt dich,

er schenkt Sinn in der Sinnlosigkeit,

Halt in den unhaltbaren Zuständen der Welt.
 

Gott ist eine Perle,

die dein Leben kostbar macht,

auch für die anderen.

Gott ist ein Schatz,

der dein Leben reich macht,

gerade auch für deine Mitmenschen.
 

Suche nach ihm.

Er wird sich gewiss finden lassen!
 

(17. Sonntag im Jahreskreis Lsj A – 05.07.2020 © Christian Scheinost)