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Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis

"Durch nichts

nähern sich Menschen

dem Himmel mehr

als durch Beglückung

von Menschen."

Marcus Tullius Cicero

Was ist Ihnen wichtig in Ihrem Leben?
Eine einfache Frage - oder?

Aber meist ist die Antwort nicht auf Anhieb klar. Im alltäglichen Leben, mit all den Ablenkungen und scheinbar "wichtigen" Dingen, vergessen die Menschen oft - so meine Hypothese - was für sie so richtig, so wirklich wichtig ist. Die Dinge, die ihnen tief am Herzen liegen, sie in ihrer tiefsten Seele bewegen. Es sind die materiellen und ideellen Dinge und Werte des Lebens, es sind die Menschen, die Erinnerungen, die sie regelmäßig aufs Äußerste beeindrucken, erstaunen, verblüffen.

Was ist Ihnen wichtig in Ihrem Leben?
Die Freiheit und die unantastbare Würde des Menschen, die finanzielle Absicherung, die Familie, Kinder, der Lebenspartner, die Liebe, das Glück, Geborgenheit, der Friede, die Gesundheit …?

Kürzlich habe ich einen sehr interessanten und beeindruckenden Spruch gelesen, der in diesen Gedankengang passt. Da hieß es "Wenn dir wirklich etwas wichtig ist, gibt es kein ABER!" Das Wichtige, das Beeindruckende hat keine Einschränkungen, Bedenken, ruft keine Ängste hervor oder lässt mich mein Leben schwarz malen. In dem, was mir als Mensch wichtig ist, da ist Lebendigkeit, Erfüllung, Zufriedenheit und keine Erstarrung und Stillstand.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Die Gesundheit, die Sicherheit, die Menschlichkeit, Gott, der Glaube, die Kirche …? Können Sie zu Ihrem Wichtigen "Ja und Amen" sagen, positiv denkend "ohne Aber" leben?

Was ist uns wichtig für die Zukunft unserer Gemeinde?
Eine Frage, die sich die Christinnen und Christen der Gemeinde des Matthäus gestellt haben. Sind es die Gesetzesvorschriften und Gebote, das, was ich tun und lassen muss, um Christ nach dem Willen Gottes zu sein, oder ist es der Glaube, das Bekenntnis zu Jesus Christus, dem Messias, dem Sohn des lebendigen Gottes? Und mit dem Text des heutigen Evangeliums (Mt 16,13-20) zeigt Matthäus seiner Gemeinde damals und auch uns heute, dass es auf das Bekenntnis zum Messias ankommt, denn dann werden Türen geöffnet, die Türen zum Himmel, dann gibt es Schlüsselmomente, die uns die himmlische Glückseligkeit erschließen.

Das Bekenntnis ist das tragende Fundament der Gemeinschaft in Christus, und es fordert heraus, nicht nur, diesen Satz auszusprechen, sondern ihn zu leben, also, die Verkündigung und Botschaft Jesu zu leben. Und das bedeutet wiederum, sich den Ärmsten der Armen zuzuwenden, sich für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen, sich in den Dienst an den Menschen und der Umwelt zu stellen. Das Bekenntnis lädt ein, anderen Zugänge zum Himmelreich zu erschließen, vom eigenen Glauben zu zeugen, von Erfahrungen, die bewegten und bewegen, auch wenn sie fremdartig, andersartig zu dem sind, was Mann und Frau heute als Christ und Christin leben sollten. Es ist ein Weg weg von einer gängigen angelernten Kirchenrede, die uns innerlich kaum bewegt, selbst wenn wir sie mit dem Kopf mehr oder weniger bejahen. Ein schon verstorbener Theologe unserer Zeit sagte: "Das Christentum ist nicht zuerst eine Lehre, sondern eine Beziehung."

Petrus wird von Jesus hervorgehoben, "seliggepriesen", denn er lässt sich – trotz seiner Hitzigkeit und seiner Schwächen – ganz auf Gott ein. Ihm ist Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes als Freund und Wegbegleiter wichtig, für IHN will er alles, was er kann, tun. Jesus berührt Petrus in seiner tiefsten Seele, und er sieht in IHM den Erlöser, den Schlüssel, den Zugang zum Himmel.

Erfüllt von Gottes Sohn erhält Petrus den Schlüssel für den Himmel, und er wird herausgerufen, anderen den Himmel zu erschließen, aufzuschließen, ihnen die bedingungslose Liebe Gottes weiterzuschenken, in der der Himmel auf Erden spürbar und erfahrbar wird.

Zu diesem Weg, zu dieser Aufgabe sind auch wir alle eingeladen, damit der Himmel auf Erden Wirklichkeit wird.

  • Lesen der Bibelstelle Mt 16,13-20

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    13 Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn?

    14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.

    15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

    16 Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!

    17 Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.

    18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

    19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

    20 Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

Gebetsvorschlag

Gott, Du bist uns Grundlage, der Fels für unser Leben.
Uns zu dir bedingungslos bekennend und hoffnungsvoll vertrauend
   schenkst du uns die Schlüssel zum Himmel, die Erlösung, das ewige Leben.
Lass uns den "Weg des Petrus" gehen
   und deine Erlösung im Leben der Menschen erfahrbar machen,
   uns den Ärmsten der Armen und den Ungeliebten zuwenden,
   für Frieden untereinander und Gerechtigkeit eintreten,
   den "Kirchenfernen" ein guter Freund, eine gute Freundin sein,
   das DU vor das ICH stellen.
Lass durch uns den Himmel auf Erden Wirklichkeit werden.
Amen.

Meditation

Ich bekenne mich,

ich bin überzeugt,

ich glaube ohne "Wenn und Aber",

dass Jesus Christus, der Messias ist,

der Sohn des lebendigen Gottes.


Ich glaube,

ich bekenne mich zu IHM,

der Letzte zu Ersten macht

und Erste zu Letzten,

der bedingungslos liebt,

sich den Ärmsten der Armen zuwendet

und jedem Menschen eine Chance gibt,

den Weg zur Glückseligkeit, zum Himmel zu finden.


Ich glaube, ich bekenne,

Gott ist mir wichtig,

sein Sohn ist mein Erlöser,

ER ist der Schlüssel zum Himmel, zur Glückseligkeit.


Ich glaube an Jesus Christus,

ich bekenne mich zu ihm:

Ein Schlüssel ist mir geschenkt,

der die Himmeltür öffnet und

für dich, für mich, für uns alle,

den Himmel zur Erde kommen lässt.


(21. Sonntag im Jahreskreis Lsj A – 19.08.2020   © Christian Scheinost)