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Impuls zum 25. Sonntag im Jahreskreis

"Mein Auge lacht

und färbt sich

voll mit Glück.

Jesus kommt.

Alles wird gut."

(Hanns Dieter Hüsch)

Vinzenz Pallotti, der Begründer des Ordens der Pallottiner, schrieb einmal: "Durch ein heiteres und frohes Gesicht können wir beweisen, dass die Nachfolge Christi unser Leben mit Freude erfüllt." Der Philosoph Friedrich Nietzsche hat einige Jahre später Ähnliches festgestellt: "Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte."

Wie ich so das kirchliche Leben in unseren Tagen beobachte und wahrnehme, hat diese Feststellung von Friedrich Nietzsche nichts an Aktualität verloren. Manchmal und immer wieder frage ich mich: Wo ist bei uns die Freude geblieben, die Freude, die uns Jesus gebracht hat, die "Frohe Botschaft"?

Freue dich, Christus, der Retter, ist da! Gott ist hier, mitten unter uns! Das Jenseits fängt im Diesseits an und der Himmel berührt die Erde. Wir sind erlöst und der Himmel beginnt auf Erden vor dem Tod. Botschaften, die wir mit Weihnachten und Ostern feiern seit Jahrhunderten. Und: Ist dir diese Zusage präsent?

Von was reden Christinnen und Christen heute, was sind ihre Themen?

Sind es nicht oft das Geld und der Besitz, die eine große Rolle einnehmen, der Erhalt der Kirchen, der Gottesdienste, der Traditionen? Das Einfordern von kirchlich verordneten Geboten und Strukturreformen steht – so meine Hypothese - ganz oben auf der Agenda. Das Jammern, dass die Kirchen leerer werden und "nach Corona" die Menschen nicht mehr kommen, oder "früher alles besser war" und die Glaubensweitergabe in der Familie sich verändert, ruft unendliche Diskussionen hervor, die zu keinem Ergebnis führen. Und dann ist da noch die Hierarchie, die Macht und die Einteilung in die Guten, Frommen und die, die der Kirche den Rücken kehren oder "nur noch auf dem Papier" Christen sind.

Der Gründer der Gemeinschaft von Taizé Frère Roger Schutz sagte einmal: "Christus ist nicht auf die Erde gekommen, um eine neue Religion zu gründen, sondern um jedem einzelnen Menschen Gemeinschaft in Gott zu bringen." Davon gilt es zu reden, dass Gott in Jesus jedem Menschen nahe ist. Jede Frau und jeder Mann, jedes Kind und jeder Jugendliche ist einzigartig und wertvoll, hat eine unendliche Würde durch Gott. Gott schenkt sich jedem und jeder gleichermaßen.

Dieses "jeder bekommt das Gleiche", d. h. jeder und jede bekommt den einen Gott, den Vater, Sohn und Heiligen Geist, die bedingungslose göttliche Liebe, den Himmel, das war ein Problem schon in der Gemeinde des Matthäus. Und so nimmt der Evangelist das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16a) auf, um etwas Wesentliches über die Rangordnung in der Gemeinde auszusagen: Es gibt keinen Vorsprung der Zuerstgekommenen. Alle sind eingeladen, die Frommen und die "Unfrommen", die "Vollkommenen" und die Zöllner, Prostituierten und Mörder. Gott will, dass alle dabei sind und alle ihn zum Geschenk bekommen.

Mit dem einen Denar, der damals zurzeit Jesu reichte für den Lebensunterhalt eines Tages für eine Familie, wird deutlich, was dieses göttliche Geschenk ausmacht: Leben, Leben in Fülle, bewusst geglücktes Leben.

Wenn ich mich für Gott öffne, wenn ich ihn hineinlasse in mein Leben, mich von ihm erfüllen lasse, dann verwandeln sich mein Leben, meine Werte und meine Einteilungen, dann werde ich frohe Lieder singen und eine Kraft, eine Stärke, eine Hoffnung in mir tragen, die mich niemals zugrunde gehen lässt. Dann spüre ich den Himmel in mir und ich werde mich selbst und die Welt umarmen.

Hanns Dieter Hüsch sagt: "Mit fester Freude lauf ich durch die Gegend. (…) mein Auge lacht und färbt sich voll mit Glück. Jesus kommt. Alles wird gut."

  • Lesen der Bibelstelle Mt 20,1-16a

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    1 Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.

    2 Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.

    3 Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten.

    4 Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist.

    5 Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso.

    6 Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?

    7 Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!

    8 Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten!

    9 Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar.

    10 Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denar.

    11 Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn

    12 und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt. Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.

    13 Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?

    14 Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.

    15 Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?

    16 So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.

Gebetsvorschlag

Uns bedingungslos liebender Gott,
Deine Gedanken sind oft so anders als unsere Gedanken
und Deine Wege sooft unerforschlich für unser Denken.
Wir feilschen und rechnen, und Du schenkst aus reiner Gnade.
Wir urteilen und beurteilen in ausgleichender Gerechtigkeit
und Du gießt den Reichtum Deiner Barmherzigkeit aus.
Du schenkst Verstehen, Verzeihen, Geduld
und Du gibst jedem immer wieder eine Chance.
Lass uns immer mehr Deine Liebe erfassen,
mit Deinen Augen und Deinem Herzen die Welt sehen.
Amen.

Meditation

JESUS kommt –

ER ist da

in jeder Sekunde meines Lebens:

ALLES IST GUT!


JESUS ist da!

In seiner Gegenwart spüre ich

     Hoffnung,

     Stärke,

     Zuversicht,

     bedingungslose Liebe,

die mich niemals zugrunde gehen lassen.

 

JESUS ist da -

im Leben und im Tod.

Ich bin erlöst,

     herausgelöst aus dem Tod,

     hinein in die Ewigkeit,

     hinein in die Weite des Himmels,

     hinein in die Hände des liebenden Gottes.

 

Freue dich, o Mensch,

JESUS CHRISTUS,

     dein Retter und Erlöser ist da!

Der Himmel berührt dein Leben schon jetzt.

ALLES IST GUT!

 

(25. Sonntag im Jahreskreis Lsj A – 17.09.2020  © Christian Scheinost)