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Impuls zum 3. Ostersonntag

"Glaube ist Offenheit für MEHR:

Helfen, Kraft, Verstehen. Gott."

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie steht das öffentliche Leben in Deutschland und in vielen Ländern dieser Erde still. Nun werden seit Montag die Einschränkungen schrittweise gelockert, um einen vorsichtigen Weg zurück zur Normalität zu gehen.
Und ich frage auch mich selbst: Zu welcher Normalität will ich da zurück?

  • Zurück zur Schnelllebigkeit des Lebens, zu einem "egoistischen Verhalten", über das wir Menschen uns seit Jahren beschwert haben,
    oder zu einem Leben, in dem Leistungsdruck, Effizienz, Macht, Konsum und Geld die "erste Geige spielen"?

  • Zurück zu einem Leben, in dem auch die "kleinen Unternehmer" vor der Insolvenz verschont werden und nicht um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen?

  • Zurück zu kirchlichen Versammlungen an Sonn- und Feiertagen, zu Taufen, Trauungen, Beerdigungen, Erstkommunion-, Firm- und anderen Festgottesdiensten, gestaltet nach "Angebot und Nachfrage", und vom Einzelnen her denkend, innovativ, kreativ, modern, im "Zeitgeist" gefeiert?

Was heißt zur Normalität im Glauben zurückzukehren?
Anders gefragt: Gibt es das überhaupt "Normalität im Glauben"?

"Glauben ist eine Offenheit für MEHR: für eine größere Wirklichkeit, für die Existenz Gottes. Der Glaube verhilft zu einem Leben in größerem Zusammenhang."

Um den Glauben geht es letztendlich auch in dem Evangelium (Joh 21,1-14) des 3. Ostersonntags. Die Gemeinde, die Christinnen und Christen, für die dieser Nachtragstext zum Johannesevangelium geschrieben ist, leben am Ende des 1. Jahrhunderts. Die Augen- und Ohrenzeugen Jesu sind tot, die anfängliche Begeisterung verflogen und die drohende Verfolgung macht das christliche Leben nicht einfacher, sondern fragiler. Die Frage steht im Raum: Warum werden wir verfolgt? Wo ist der Auferstandene in meinem Leben spürbar?

Es sind "Nachterfahrungen". Solche Erfahrungen kennt - so meine ich - wohl jeder und jede, Erfahrungen von Leid, Not, Krankheit, …

Und dazu lädt uns dieser Sonntag ein, unser Leben, banales Leben im Licht der Botschaft Jesu zu sehen und so eine neue Perspektive einzunehmen, in der Haltung des Glaubens zu leben und zu wachsen. Glaube ist kein Besitz und auch keine Leistung, bei der wir das Anrecht haben auf kirchliche und himmlische Vorteile. Glauben ist die Offenheit für MEHR im Leben, die Offenheit für Gott, der mein Leben verändert, reich macht, mir Mut gibt, hilft, meine Wunden heilt, meine "Warum-Fragen" beantwortet.

Ostern fordert mich immer neu heraus, mich von Jesus leiten zu lassen, und so den Glauben in mir wachsen zu lassen. Im Glauben gibt es für mich keine Normalität, vielmehr halte ich meinen dem Alter und der Lebenssituation entsprechenden "Lebensfang" Jesus hin, und er macht daraus Leben in Fülle, ein Stück bewusst geglücktes Leben, eine himmlische Erfahrung.

Die Einladung steht: Lass dein Leben von Jesus verändern und finde Glauben, das MEHR des Lebens.

Gebetsvorschlag

(Kerze entzünden)

Gott, der du mich liebst,
im kleinen Licht dieser Kerze bist du jetzt da.
Du erleuchtest mein Leben;
In und mit deinem Licht kann ich das Leben anders sehen,
tiefer und hinter die Dinge des Lebens sehen.
Mit dir gelingt mein Leben, kann es bewusst glücken.
Gehe mit mir, begleite mich an diesem Tag und in der nächsten Woche. Amen.

 

Meditation

ÄNDERE MAL DIE PERSPEKTIVE!

Gott,

ich suche

und sehne mich nach Sinn

im sinnlosen Leid des Lebens,

ich suche

und sehne mich nach Frieden

im Unfrieden dieser Tage,

ich suche

und sehne mich nach Antworten

in den ohnmächtigen und enttäuschenden Lebenssituationen,

ich suche

und sehne mich nach Glauben,

der alles aushält und glaubt und allem standhält,

ich suche und suche ...

 

Und da stehst du

– wie immer –

an meinem Lebensweg und rufst mir zu:

Ändere mal die Perspektive

und entdecke

     die ungeahnten Möglichkeiten

           im Fremden,

           im Andersartigen,

           im partiell Ohnmächtigen,

           in der Veränderung.

 

Ändere die Perspektive

und entdecke:

Ich bin da,

und ich gebe dir Antworten, Sinn, Frieden und Glauben.

 

(3. Ostersonntag Lsj A – 22.04.2020 © Christian Scheinost)