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Impuls zum 4. Ostersonntag

Jesus Christus,

die Tür zum geglückten Leben!

Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery hat einmal geschrieben: "Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung." Können wir diesen Ratschlag auf unsere gegenwärtige Situation in Gesellschaft, Staat und Kirche in Zeiten der Corona-Krise anwenden? Sollte es so einfach sein, Sicherheit in den Streitigkeiten und Diskussionen und den richtigen Kurs aus der Krise heraus zu finden? Es herrscht doch eher Verwirrung über den richtigen Weg. Sollen wir den Virologen oder den
Politkern von links über die Mitte nach rechts folgen oder auf die Wirtschaft hören oder unserem eigenen freiheitlichen Empfinden nachgehen?

Der Kampf gegen die Epidemie ist heute größer denn je, denn es gibt keine klaren Erkenntnisse zum Krankheitserreger, seine Verbreitungswege oder seine Gefährlichkeit, um auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse Ableitungen für unseren Alltag zu treffen. Was bleibt uns, was bleibt mir in dieser Situation zu tun, außer Abstand zu halten, Mund-Nasen-Schutz zu benutzen, daheim zu bleiben, um mich und andere zu schützen? Welche Blickrichtung kann ich einnehmen? Guter Rat ist hier "teuer"!

Richtungsstreitigkeiten – welcher Weg zum Glauben, der bleibend und "tiefgründig" ist, bestimmen auch unsere kirchliche und gemeindliche Situation heute in der
1. Hälfte des 21. Jahrhunderts. Wir ringen synodal und zugleich auf bekannten "altbewährten Wegen" in unserem Bistum und in unserer Gemeinde darum. Wie ist das wertvolle Gut des Glaubens, ein Getragen- und Geborgensein in der Gegenwart Gottes in dieser Welt im Heute und auf Zukunft hin erfahrbar und verkündbar?

Da gibt es – so meine Hypothese – so viele Glaubenswege wie es Christen und Christinnen gibt! Guter Rat ist auch hier "teuer".

Damals, als das Johannesevangelium am Ende des 1. Jahrhunderts entstand, gab es auch Richtungsstreitigkeiten unter den Gemeinden um die Person Jesu. Zudem traten Irrlehrer, falsche Messiasse und allerlei Heilsbringer von eigenen Gnaden auf, die die Gemeinden durcheinanderbrachten. Sie brauchten Orientierung. So nimmt
Johannes dieses jesuanische Gleichnis auf, das Bild vom guten Hirten, der seine Schafe beschützt, sie begleitet und führt. Des Weiteren sagt er - im Bild von der Tür - dass es keinen anderen Zugang zum Leben, zum geglückten, erlösten Leben und zum lebendigen Gott gibt, außer durch Jesus Christus.

Es braucht also "um Sicherheit im Glauben zu gewinnen", eine persönliche Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus. Er ist allein der, der mir Antworten geben kann.

Alle noch so intelligenten theologischen Schriften, Vorträge, Abhandlungen, alles Brauchtum, alle Riten haben ihren Grund und ihre "dauerhafte Berechtigung" nur in Gott, in Seinen Worten und Taten. Sie sind erfahrbar, wenn ich mich Ihm öffne, wenn ich mich auf Ihn einlasse.

Gott ist in Jesus der gute Hirte, der mir einen Platz zum Ausruhen gibt, einen Ort, an dem ich über mich und mein Leben nachdenken kann und darf. Er stellt mir durch das Evangelium Fragen, die mich erkennen lassen, wohin ich gehen soll, um Rettung und Heil für mein Leben zu erfahren. Er ist da auch in der Not und im Leid, selbst im Tod, und gibt mir zu verstehen "nichts dauert ewig, nicht einmal meine Sorgen".

Jesus Christus zu vertrauen heißt ein Leben zu finden, zu erspüren, das mich glücklich macht, mir Halt, Kraft und Hoffnung gibt.

Lass dich ein auf Jesus und spüre das erlöste himmlische Leben.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 10,1-10

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    1 Amen, amen, ich sage euch:
       Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
       sondern anderswo einsteigt,
       der ist ein Dieb und ein Räuber.

    2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
    3 Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme;
       er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
    4 Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,
       geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm;
       denn sie kennen seine Stimme.

    5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
       sondern sie werden vor ihm fliehen,
       weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

    6 Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
       aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

    7 Weiter sagte Jesus zu ihnen:
       Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
    8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber;
       aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
    9 Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;
       er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
    10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
       ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Gebetsvorschlag

Uns liebender Gott,
Dein Sohn ist die Tür:
die Tür zu Dir, Vater,
die Tür zum Leben, die Tür zur Freiheit.
Er allein - keiner sonst.
Hilf mir im Alltag immer wieder Seine Stimme zu hören
und mich auf Ihn einzulassen, Ihm allein zu folgen. Amen.

 

Meditation

Gott,

du mein Hirte,

du bist die Tür

zu einem Raum

erfüllt von Lebenskraft,

erfüllt von Hoffnung,

erfüllt von bedingungsloser Liebe.

Damit gibst Du mir Mut,

das Leben anzunehmen,

gerade auch dann,

wenn ich mich hilflos fühle,

mich verirrt habe oder in Sackgassen stecke.

 

Gott,

du bist mein Freund, meine Freundin,

bei dir kann ich mich ausruhen,

und neue Kräfte schöpfen,

bei dir rieche ich den Himmel,

mit seinen duftenden Wiesen,

mit seinem Geruch von Rosen und Flieder,

mit seinem Geschmack von reifen Erdbeeren

und süßem Wein.

 

Gott,

du bist eine Oase,

die meinen Durst nach Antworten löscht,

und mir einen neuen Blick eröffnet,

für mein gelungenes, bewusst geglücktes Leben.

 

DANKE.

 

(4. Ostersonntag Lsj A – 22.04.2020 © Christian Scheinost)