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Impuls zum 5. Fastensonntag (2020)

"Misereor – Hab Erbarmen!"

 

Der Glaube gibt uns die Kraft,
tapfer zu ertragen,
was wir nicht ändern können,
und Enttäuschungen und Sorgen
gelassen auf uns zu nehmen,
ohne je die Hoffnung zu verlieren.

(Martin Luther King)

Die am 16. März 1940 verstorbene schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf schrieb: "Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen, sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat."
Bei diesem Zitat drängt sich bei mir die Frage auf: Hat Gott etwas vor mit mir in der Krise, die unser gewohntes gesellschaftliches und kirchliches Leben in diesen Tagen in nie dagewesener Form "auf den Kopf" stellt?
Mitten im Leben sind wir Menschen vom Tod umfangen, wobei es nicht allein um den physischen Tod geht, sondern vielmehr auch um den sozialen Tod. Unter sozialem Tod verstehen wir, dass jemand, völlig vereinsamt, sich so zurückzieht, dass er praktisch keine Beziehungen zu seiner Umwelt, zu Nachbarn, Arbeitskollegen und anderen unterhält.
Das von Staats wegen angesagte Kontaktverbot in unserem Land könnte dazu führen. Eine andere nicht zu unterschätzende Dimension des sozialen Todes ist Verleumdung und Ausgrenzung von Fremden asiatischer und afrikanischer Herkunft. Rechtsradikale Tendenzen sind nicht zu unterschätzen in der jetzigen Situation.
Mit dem sozialen wie physischen Tod hatten auch die Christinnen und Christen der Urgemeinde in der Verfolgungszeit am Ende des ersten Jahrhunderts zu kämpfen. Im Bild der "familiären Ausnahmesituation", hervorgerufen durch den Tod von Lazarus, dem Bruder von Martha und Maria und einem Freund von Jesus, spiegelt sich ihre eigene Situation wieder, verbunden mit den Gefühlen von partieller Ohnmacht und Hilflosigkeit, Trennung, Schmerz und tiefempfundenem Leid.
In dieser Situation spricht Johannes das Wort Jesu: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben."
Der Glaube, "ein Nichtwissen", ein hoffnungsvolles Vertrauen, überwindet den Riss des Todes und der Trennung. Im Glauben an Gott ist seine Liebe erfahrbar. Sie gibt Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort des Lebens ist.
Das gilt uns allen, in diesen Tagen, an diesem 5. Sonntag in der österlichen Bußzeit: Misereor: Den Glauben in uns zu spüren und zu leben und in Taten der Liebe für andere erlebbar zu machen, in einem aufmunternden Telefongespräch, in einem Gebet füreinander, in einer Grußkarte, einer Geste des "von-Weitem-Zunickens" oder auch mit einer großherzigen finanziellen Gabe für die Menschen in der so genannten Dritten Welt.

Der Glaube verändert uns alle. Glaubt und liebt!

Pfr. Christian Scheinost

Vorschlag:

Eine Kerze entzünden und folgendes Gebet/Meditation lesen/sprechen:

Glaube verändert dich und mich selbst!
Er schenkt Frieden dir und mir selbst!
Glaube ist erfüllt von der Liebe,
die den Tod überwinden kann
und mir in den Todeserfahrungen des Alltags Hoffnung geben will.
Glaube ist kein "Placebo",
kein "Selbstbedienungsautomat für die schnelle Hilfe",
Glaube lässt Hoffnung wachsen:
Ich bin nicht allein,
niemals allein:
Gott ist bei dir, bei mir, bei uns allen – immer!

MISEREOR-Kollekte am 28./29. März 2020

Mit dem 5. Fastensonntag verbinden wir Christinnen und Christen seit Jahrzehnten die Kollekte für das Hilfswerk Misereor. Das Wort "misereor" kommt aus dem Lateinischen und heißt "Erbarme dich!"
Wir üben an diesem Sonntag also Erbarmen, Barmherzigkeit. Die Barmherzigkeit (Lehnübersetzung von lateinisch misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihrer mildtätig an.

Gerade jetzt sind wir in unserem Land und jeder einzelne in seiner unmittelbaren Umgebung damit beschäftigt, sein und ihr Leben in dieser Corona Krise anzupassen. Neben egoistischen Hamsterkäufen und einem "sich-selbst-schützen", beginnt das "vergessene Pflänzchen Solidarität" neu zu wachsen: Jüngere Menschen bieten Hilfe den älteren Menschen und solchen mit Vorerkrankungen an, damit sie sich keinem Risiko in der Umwelt aussetzen müssen, häufigere Telefongespräche mit Familie und Freunden verstärkt den Zusammenhang auch "ohne Umarmung".
In alle dem ist es auch wichtig über den Tellerrand zu sehen, z. B. auf die Menschen in Syrien. in der Region Idlib, wo zurzeit drei bis viel Millionen Menschen eingesperrt sind zwischen der Grenze zur Türkei im Norden und dem Assad Regime. Hunger, Ausgrenzung, Traumata beherrschen ihre Lage. Mit der Coronavirus-Pandemie wird sich ihre Lage katastrophal in ein Ausmaß hinein verschärfen, das wir uns nicht vorstellen können.

Das Hilfswerk Misereor hilft dort und im Libanon und in vielen Teilen Asiens und Afrikas.

Wenn wir auch keine öffentlichen Gottesdienste feiern können, brauchen wir doch eine hochherzige "finanzielle Solidarität und Barmherzigkeit". Ich bitte Sie alle: Spenden Sie für Misereor auch in diesem Jahr!
Ihre Spendentütchen können Sie in den Briefkasten des Pfarrbüros einwerfen oder ihre Spende an das Konto:

Kath. Kirchengemeinde Bad Hönningen
IBAN DE37 5746 0117 0105 2003 94
Volks- und Raiffeisenbank Neuwied-Linz eG

überweisen.
(Bitte im Verwendungszweck angeben: "Misereor" und für welche Pfarrgemeinde!)

DANKE!

Dieser Impuls liegt zum 5. Fastensonntag 2020 in den Pfarrkirchen, bei Café Schmidt Rheinbrohl und in der Metzgerei Schumacher Leutesdorf zum Mitnehmen aus.