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Impuls zum 5. Ostersonntag

Der Glaube

ein Raum zum Leben

- ein LEBENSRAUM!

Was ist eigentlich das Leben? Eine einfache und doch so schwierige Frage. Was würden Sie auf diese Frage antworten?

Hier ein paar mögliche Antworten:
Das Leben ist bunt, voller Freude, es ist voller Mühe und harter Arbeit, es ist Entwicklung. Das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen, es ist ein Beugen unter eine höhere Macht, das Streben nach oben. Leben ist Veränderung, deren Richtung jeder und jede selbst wählen kann. Leben ist Gemeinschaft, die Erfahrung von Liebe, Geborgensein und von Trennung und Begrenzung verbunden mit partieller Hilflosigkeit, auch Ohnmacht.

Es gibt so viele Antworten wie es Menschen gibt, von denen jeder und jede einzigartig und unverwechselbar ist und deswegen ist jede menschliche Antwort dazu
anders, einzigartig.

Was ist eigentlich lebenswertes, "normales", Leben in diesen Tagen?

Die "Lockerungen im Stundentakt" in unserem föderalistischen Deutschland hin zu einer "Coronafreien Lebenssituation", die die Virusgefahr vergessen lässt, macht uns eine "allgemeingültige Antwort" nicht leicht, eher schwierig. Selbst im kirchlichen Bereich ist normales Leben zurzeit nicht das, was es vor dem 15. März war. Öffentliche Gottesdienste mit Einschränkungen sind zwar erlaubt, aber mit einem hohen Schutzkonzept verbunden, bei dessen Durchführung Unstimmigkeiten
vorprogrammiert sind und eine so große Verantwortung bei den Hauptverantwortlichen liegt, die einem den Atem rauben kann.

Was ist eigentlich lebenswertes Leben?

Es gibt Ursehnsüchte im Menschen: Frieden und Sicherheit, Orientierung im Durcheinander der Welt und ein Zuhause zu haben; nicht allein, sondern begleitet den Weg der Selbstwerdung zu beschreiten. Auf diesem Weg der Erfüllung der menschlichen Grundbedürfnisse steht der Mensch immer wieder vor Veränderungen und Verantwortung, die auch Angst machen. Wer jedoch Angst hat, wird unsicher, kann nicht mehr entscheiden, was zu tun und zu lassen ist.

Im Bewusstsein, dass Jesus nicht bald wiederkehren wird, mussten sich die christlichen Gemeinden am Ende des 1. Jahrhunderts auf den Weg in die Zukunft machen. Dabei war notwendig, Verantwortung für die Lehre und die Menschen auch künftiger Generationen zu übernehmen, verbunden mit der Angst, ob sie das so können ohne die reale Gegenwart des Herrn.

Johannes will die Christinnen und Christen seiner Gemeinde einladen, stärken, ermutigen in den Raum des Glaubens einzutreten. Glaube ist eine Herzensangelegenheit, eine Sinn stiftende Haltung, eine Seinsweise, kein kognitives Geschehen. Im Raum des Glaubens berührt mich die Liebe Gottes, der mit uns unterwegs ist im menschlichen Gesicht und in den heilsamen Taten Jesu Christi: Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Er eröffnet Räume, bewusst geglückte, lebenswerte Lebensräume im Diesseits und im Jenseits. Im Glauben ist Gott gegenwärtig. Im Glauben ist Jesus der Auferstandene, der an meiner Seite lebt und mir meine Angst nehmen kann. Im Glauben erfahre ich lebenswertes Leben.

So sind Sie, bist du eingeladen, auf dem Weg Jesu zu gehen und die Wahrheit und das Leben zu finden.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 14,1-12

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
       Glaubt an Gott und glaubt an mich!

    2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
       Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt:
       Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
    3 Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe,
       komme ich wieder und werde euch zu mir holen,
       damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

    4 Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.
    5 Thomas sagte zu ihm:
       Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.
       Wie können wir dann den Weg kennen?
    6 Jesus sagte zu ihm:
       Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
       niemand kommt zum Vater außer durch mich.

    7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.
       Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
    8 Philippus sagte zu ihm:
       Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.
    9 Jesus sagte zu ihm:
       Schon so lange bin ich bei euch
       und du hast mich nicht erkannt, Philippus?
       Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
       Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
    10 Glaubst du nicht,
       dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist?
       Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst.
       Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.
    11 Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin
       und dass der Vater in mir ist;
       wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke!
    12 Amen, amen, ich sage euch:
       Wer an mich glaubt,
       wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen
       und er wird noch größere als diese vollbringen,
       denn ich gehe zum Vater.

Gebetsvorschlag

Jesus, du bist der Weg,
auf dem ich gehen kann,
   um Erlösung im Leben und nach dem Tod zu erfahren.

Jesus, du bist die Wahrheit,
und behütest mich,
   dann, wenn Zweifel in meinem Herzen sind,
   dann, wenn ich Wahres vom Unwahren unterscheiden muss.

Jesus, du bist das Leben,
   du öffnest mir einen Lebensraum,
   der sicher ist und mir ein Zuhause gibt:
Leben in Fülle auf ewig. Amen.

Meditation

LEBE mütterlich -

Lebe liebevoll und fürsorglich,

gefühlvoll und vorurteilslos,

mit Vertrauen und Hoffnung;

Nehme deine Verantwortung,

als geliebte Tochter und Sohn, wahr,

für die Menschen und die Schöpfung,

damit der Himmel auf Erden anbrechen kann.

 

LEBE mütterlich,

damit deine kleine Welt

und die große Welt,

nach der Mütterlichkeit Gottes riecht,

nach der väterlichen Mutter,

die uns begleitet, vergibt, erlöst,

für uns immer da ist.

 

LEBE mütterlich,

damit du und alle anderen

den Weg zur Wahrheit und zum Leben finden:

in JESUS CHRISTUS.

 

LEBE MÜTTERLICH!

 

(5. Ostersonntag 13.05.2017 – Lsj A – Muttertag © Christian Scheinost)