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Impuls zum 6. Ostersonntag

"Liebe

und sag es

durch dein Leben!"

Frère Roger Schutz

Wer oder was ist "DIE KIRCHE" und  
Wo ist sie in diesen verworrenen Zeiten zu finden?

Wir leben in Zeiten, in denen
• uns die Erde, die Natur, das Klima unsere Grenzen klar aufzeigt,  
• kriegerische Konflikte, Unruhen, Proteste … fast zur Tagesordnung gehören,  
• Menschen fliehen müssen, in Lagern eine neue Heimat finden,
• ein Virus das gesamte Leben auf den Kopf stellt  
  und Verschwörungstheoretiker selbst in der Kirche zu finden sind,
• sich kirchliches Leben verändert.  
  Neben einer volkskirchlich klar geregelten Gemeinschaft steht eine plurale,  
  individuelle, eher unverbindliche Gruppe von kleinen Gemeinschaften.

Was ist das dann “DIE KIRCHE“?
Ein Gebäude und eine örtliche Gemeinschaft, die uns untereinander und mit den Generationen vor uns verbindet, oder eine gottesdienstlich ausgerichtete "eucharistische Gemeinschaft!", die sich vor allem sonn- und feiertäglich trifft,  oder eine Gemeinschaft, die sich besonders der Menschen am Rand annimmt, ihren Blick auf die Armen, Kranken, Einsamen, Hoffnungslosen richtet?

Kirche ist dort, wo Gott lebt, wo seine Heilsgegenwart in dieser Welt gegenwärtig ist.  

Also, sagen dann nicht wenige - und sehen sich darin bestätigt -, dass die  Eucharistie im Kirchenraum Kirche ist! Sonntaggottesdienst gleichbedeutend mit  Kirche! 

Sollte es so einfach sein?  

Wo ist Gott? Fragen Menschen auch in unseren Tagen und gerade im Leid, in den tödlichen Grenzerfahrungen des Lebens, in denen das Gefühl einer partiellen  Hilflosigkeit vorhanden ist.

Wo ist Gott? Fragen Christinnen und Christen mit Blick auf die Skandale und menschlichen Fehler und kehren der Kirche den Rücken, suchen Gott in sich, in der Natur, in einer menschlich getragenen profanen Gemeinschaft.

Wo ist Gott? Das ist die Frage, die auch die Christinnen und Christen in den christlichen Gemeinden zu der Zeit, in der das Johannesevangelium verfasst wurde, stellten.  

Ostern sagt: Gott ist lebendig über Zeit und Raum hinaus, Er ist auferstanden, Er lebt! Er ist für uns da und hilft uns in allen leidvollen und freudigen Anliegen. Das ist der Glaube, doch den kann ich leider nicht menschlich greifbar machen.

Wo ist Gott?  

Johannes antwortet seiner Gemeinde darauf, indem er sagt: Gott ist da und in Ihm Jesus gegenwärtig in der Kraft des Heiligen Geistes, der der Kirche gegeben ist seit Pfingsten! Und dieser Geist ist jedem und jeder geschenkt.

Mit und in diesem Geist leben wir weiter über den Tod und die Auferstehung Jesu hinaus in der Heilszeit, Gott begleitet uns, wirkt Wunder, heilt.

Um dies zu spüren und zu erfahren braucht es die Haltung der Liebe, die - wie  Paulus sagt -, "alles glaubt, alles hofft, allem standhält". Wenn Menschen einander lieben, dann erfahren sie sich voneinander und miteinander getragen und können  einen offeneren Blick auf die Begrenzungen des Lebens wagen. Damit ist nicht alles wunderbar geheilt, menschliche Begrenzungen bleiben auch bestehen und doch  können wir gelassener damit umgehen.  

In der Liebe zu Gott geschieht das ebenso. Wer in seiner Liebe bleibt und lebt, kann das Leben heilvoll gestalten, für sich und die, die mit ihm leben.

Lieben macht uns zu Kirche – dort lebt Gott gerade durch uns weiter.

Entzünden einer Kerze

und im Blick auf das Licht die Nähe Gottes erspüren.
 

Heute ist der Tag, an dem Sie anfangen, sich der besonderen Liebe, die Gott für Sie hat, mehr und mehr bewusst zu werden.

❖ Baden Sie darin jede Sorge und alle Angst weg.

❖ Freuen Sie sich darüber.

❖ Schöpfen Sie aus dieser Gewissheit Kraft für jede der Situationen, in der Sie sich befinden.
    Gott liebt Sie.

❖ Und verschenken Sie Liebe in einer kleinen Geste, einem liebevollen Blick.
 

Haben Sie einen Wunder-schönen Tag. 
 

Meditation

Die Liebe sagt DU!

   Du bist mir wichtig,

   du bist mir wertvoll,

   du bist ein einzigartiges Wesen, 

   Du bist Du!

   Nicht ein Produkt des Zufalls,

   sondern gewollt, geliebt.

 
Die Liebe sagt DU!

   Du zu Gott - 

   und Du zum Menschen -

   Und Du zu dir selbst.

 
Die Liebe sagt DU,

   damit das ICH göttlich wird

   und die Welt den Himmel atmet

   und zur Kirche wird, 

   in der GOTT lebendig ist.
 

(6. Ostersonntag 14.05.2020 - Lsj A – © Christian Scheinost)