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Impuls zum 7. Ostersonntag

Entscheidungen bringen uns an unsere Ziele. Wer jedoch keine Ziele für sich im Blick hat, der hat auch keinen Grund sich zu entscheiden, z.B. morgens aufzustehen, an die Arbeit zu gehen, mit der Familie zu leben oder sich mit Freunden zu treffen. Wer "ziellos" lebt, lässt sich berieseln, konsumiert ohne nachzudenken, stopft das "Leben und seine Lebensmittel" unkontrolliert in sich hinein. "Menschen ohne persönliche Ziele" jammern gerne, wie schlecht es ihnen doch geht und sind neidisch auf andere und ihre Erfolge.

Täglich stehen wir vor vielen Entscheidungen, ob wir aufstehen oder liegen bleiben, die roten oder grünen Socken anziehen, das Fahrrad, den Bus oder das Auto für den Weg zur Arbeit nehmen, was mittags gekocht werden soll
oder noch mal schnell die Eltern besuchen etc.

Neben diesen eher "banalen Entscheidungen" gibt es auch Entscheidungen anderer Art: einen Beruf zu erlernen oder weiter in die Schule zu gehen, zu heiraten oder sich vom Partner, von der Partnerin zu trennen, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, die voranbringende Therapie in der persönlichen Erkrankung zu wählen oder auch in der "immer noch andauernden COVID19-Pandemie" die zum Wohl der Bürger notwendigen "Lockerungsmaßnahmen" zu treffen, auch mit dem Risiko eine zweite Welle der Erkrankung zu riskieren.

Gute Entscheidungen zu fällen braucht ein – ich möchte es mal so ausdrücken – "Zuhause", einen Raum, in dem ich mich wohlfühle, zurückziehen kann, um in Ruhe über das Für und Wider nachzudenken. Zum anderen braucht es Menschen, die mich wohlwollend beraten, konstruktive Kritik äußern und die mich "nicht im Regen stehen lassen", wenn ich die falsche Entscheidung getroffen habe oder auch negative Folgen meiner Entscheidung zu tragen habe.

Die Texte dieses Sonntags, die Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 1,12-14) und das "Abschiedsgebet Jesu vor seinem Tod" im Johannesevangelium (Joh 17,1-11a) zeigen "Menschen", die in einer Entscheidungssituation stehen. Die christlichen Gemeinden am Ende des ersten Jahrhunderts erleben sich in einer neuen Situation, zum einen angefochten in ihrem eigenen Glauben an Jesus, den Christus, der sie "scheinbar alleinlässt" und zum anderen angefeindet von den jüdischen Glaubensgeschwistern. Und sie fragen sich: Wie soll es nun weitergehen?

Und dafür geben ihnen Lukas wie Johannes wertvolle Impulse, den eigenen "Standort", die eigene "Position", zu bestimmen, um eine gute Entscheidung zu treffen.

Es braucht dafür:

  • sich allein in die Stille zurückzuziehen, sich im Gebet mit Gott zu verbinden, ins Gespräch mit Ihm zu gehen und dabei zuzuhören,
  • die Bitte um himmlische Wegbegleitung, Anteil haben an der göttlichen Herrlichkeit, in der ich Kraft, ewiges, bewusst geglücktes Leben im Diesseits und Jenseits finde,
  • und sich mit anderen zum Gebet zu versammeln und Abendmahl miteinander zu feiern, einander zu beraten, zu erzählen, sich auszutauschen.

In alledem ist uns die Zusage gegeben: Wir gehören zu Ihm! Wir sind Dein! Er ist mit uns! Es ist eine Zusage, die uns getrost den Weg durch unseren Alltag gehen und zu guten Entscheidungen finden lässt.

Komm du Geist von Vater und Sohn und erfülle mein Leben!

  • Lesen der Bibelstelle Apg 1,12-14

    12 Dann kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.

    13 Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben:
         Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.

    14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 17,1-11a

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    1 Dies sprach Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!

    2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.

    3 Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.

    4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.

    5 Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!

    6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt.

    7 Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.

    8 Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

    9 Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.

    10 Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.

    11a Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.

Entzünden einer Kerze und Gebetsvorschlag

Gott,
Du, mein Ratgeber, mein Freund und Wegbegleiter,
mit Dir verbunden zu leben,
zu wissen und zu fühlen, dass ich Dein bin,
ist ein Lebensraum erfüllt von Hoffnung,
ein Ort von Heimat, ein Zuhause,
ein Miteinander und Füreinander.
Mit Dir und bei Dir
kann ich die richtigen Entscheidungen für mein Leben treffen,
denn Du bist da am Anfang, am Ende,
und trägst das Positive, das Gute und das Negative, das "Böse" mit mir.
Amen.

 

Meditation

Vertrauen,

gegenseitige Achtung

schenken Vertrautheit,

eine Einheit

von dir und mir,

verwandelt zu einem WIR.

 

Vertrautheit,

einander vertraut sein,

glaubt alles,

hofft alles,

hält allem stand.

 

Gott

und Einander-vertraut-sein,

ist eine göttliche Kraft,

die befähigt,

gute Entscheidungen zu treffen,

die Unmögliches möglich machen,

die die Tode des Lebens verwandeln,

und gelungenes, erlöstes Leben spüren lässt.

 

(7. Ostersonntag 22.05.2020 - Lsj A - © Christian Scheinost)