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Impuls

Hochfest Christi Himmelfahrt

"NEUES

beginnen lassen!"

Abschiede prägen unser ganzes Leben: Trennungen von Partnern, Abschied von der körperlichen Fitness, vom Jungsein, Abschied von einem geliebten Menschen, ...

Irgendwie sind Abschiede auch "heilsame Situationsbeschreibungen des Erwachsenwerdens", es sind Veränderungen von bisher Gewohntem in eine ungewohnte Lebenssituation hinein, verbunden mit einem Lernprozess, der sich aus der Vergangenheit nährt und in der Gegenwart ein neues Haus für die Zukunft baut. Diesen Weg zu gehen ist nicht leicht, so beschreibt es die Fernsehmoderatorin und Autorin Christine Westermann: "An einem Abgrund stehen und springen zu müssen, ohne zu wissen, was einen auffangen könnte."

In der 1. Erkrankungswelle mit COVID19 erlebten viele in unserem Land, in Europa, und jetzt auch auf dem afrikanischen und südamerikanischen Kontinent eine Abschiedssituation. "Lockdown", Stillstand in der Gegenwart, um eine Zukunft zu haben. Der Stillstand erzeugt menschliche Ohnmacht, die mit dem "schnellen Ruf nach Lockerungen" behoben werden soll. Der Stillstand, die ungewohnte Abschiedssituation hat auch positive Seiten: Wahrzunehmen, was mein Leben bestimmt, was es bereichert und was es behindert und sich daraus neu familiär, beruflich, persönlich oder auch gesellschaftlich aufzustellen.

Mit den biblischen Texten des Festes Christi Himmelfahrt werden wir ebenfalls in eine Abschiedssituation geführt. Dahinter erspüren wir die Lebens- und Glaubenssituation der christlichen Gemeinden im 1. Jahrhundert, denen nun bewusst wird, dass Jesus nicht so bald zurückkehren wird und es vielmehr auf jeden und jede einzelne ankommt, die göttliche Frohe Botschaft in Wort und Tat weiterzuleben und spüren zu lassen. Und sie fühlen sich dabei – menschlich verständlich – überfordert, haben natürlich Zweifel, ob sie das können.

Matthäus schließt mit dem Text (Mt 28,16-20) sein Evangelium ab. Er will die Gemeinden stärken und ermutigen, indem er sagt: Ihr lebt nun im Horizont der Nähe Gottes. Jesus ist nicht mehr nur an einem Ort, bei euch in Galiläa, Judäa, in Jerusalem, sondern überall, er ist mit euch alle Tage und überall, er ist und bleibt euch nah.

Zum anderen will er ihnen den Auftrag bewusst machen, den ihnen Jesus gab: in alle Welt zu gehen, zu taufen, alles zu lehren, was er ihnen geboten hat. Wobei es ihm nicht um Akquirieren von Gemeindemitgliedern oder Gründung von Kirchen geht, um Eucharistiefeiern und Sakramentenspendungen, sondern um eine jesuanische Haltung, ein "Hingehen zu den Menschen" und dort die Botschaft zu leben etwa im familiären oder beruflichen Miteinander, in heilsamen Gesten, in konstruktiver Kritik, im Zuhören, in Hilfe für Arme, Kranke, Entrechtete, Flüchtlinge, sozial Schwache.

Matthäus lädt alle ein: Das Neue, das mit Jesus begonnen hat durch unser Leben beginnen zu lassen.

  • Lesen der Bibelstelle Mt 28,16-20

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

    17 Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel.

    18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.

    19 Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

    20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Entzünden einer Kerze und Gebetsvorschlag

Uns liebender Gott,
du bist mit mir, mit uns jetzt und jeden Tag.
Was den ersten Jüngern gesagt wird, gilt auch uns:
Wir sollen nicht unverwandt zum Himmel emporschauen,
sondern als Zeuginnen und Zeugen der Frohen Botschaft leben,
indem wir jedem Menschen Wert schenken,
das Wunderbare der Schöpfung schätzen und bewahren,
Liebe leben, die einander achtet,
Vergebung üben, die immer eine neue Chance eröffnet.
Dazu schenke mir, uns deine Göttliche Kraft. Amen.
 

Meditation

Himmel – Wo ist er?

Himmel ist dort,  

   wo die Liebe vor dem Gesetz gelebt wird,

   wo Ärzte, Pflegepersonal, soziale Dienste,

   grenzenlos, bedingungslos, ohne Angst Leben retten,

   wo Sozialarbeiter, Streetworker oder der Nachbar,

   Menschen Wert und Würde schenken,

   wo Menschen vergeben und verzeihen.

 

Himmel – Was ist er?

Himmel ist

   Geborgenheit,

   Heimat und Zuhause,

   Glück – Glückseligkeit,

   ein Angenommen- und Bejahtsein.

 

Himmel – Wer ist dort?

Im Himmel sind wohl alle,

   die nicht unverwandt nach oben schauen,

   die auf Jesu Spuren gegangen sind und gehen,

   die die Menschen in Blick nehmen,

   die Jesus seligpreist.

 

Himmel,

ihn gibt es auf Erden,

bei dir und mir

und bei uns

und in uns.

 

Himmel

Suche! - Finde! - Lebe!


(Hochfest Christi Himmelfahrt - 20.05.2020 – © Christian Scheinost)

 

Zum Vatertag

Im Gedenken an unsere Väter!

"Jeder Vater unter Gottes Himmel
hat das gleiche Kreuz zu tragen.
Dir, lieber Papa, danke ich,
dass du für mich da bist und warst.
Alles Gute zum Vatertag."