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Impuls zum Dreifaltigkeitsfest

Das Wesen Gottes

ist LIEBE!
 

Du wirst

niemals tiefer fallen

als in die Hände

des dich liebenden Gottes.

Reden Sie gerne vom "lieben Gott", der mich und dich, der uns beschützt und bewahrt vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, der immer da ist, wenn es mir schlecht geht und sich mit mir freut.
"Der liebe Gott geht durch den Wald", so ist eine über 100 Jahre alte Postkarte betitelt. Darauf ist zu sehen ein bärtiger, älterer Mann, der mit einem blumengeschmückten Wanderstab durch den Wald eilt. Kleine Elfen begleiten ihn tanzend. Auf einem großen Sonnenhut, den er im Nacken trägt, sitzt ein zwitschernder Vogel. Rehlein und Häslein hüpfen vergnügt an seiner Seite. Ein Bild, das Geborgenheit, Harmonie, "heile Welt" verströmt – stimmungsvoll und friedlich.

Gibt es diesen lieben Gott, der alles zum Guten lenkt?

Der Text des Evangeliums (Joh 3,16-18) zum Dreifaltigkeitsfest spricht auch von der Liebe Gottes, näherhin davon, dass er keinen Menschen, der zu ihm kommt, zu Grunde gehen lässt. Gottes Absicht für den Menschen ist das Leben, die Gesundheit, das Heil-sein und nicht der Tod, die Krankheit, die Bedrohung durch ein Virus, die Dunkelheit, das Leid, der Schmerz, das Zerbrochene …

Ist das so? Ich mache in diesen Tagen stets neu die Erfahrung, dass Menschen eine göttliche Verschwörungstheorie zum Besten geben, das Coronavirus sei ein "Fingerzeig Gottes", damit die Menschen ihr Leben verändern. Vielleicht auch so in dem Sinn: "Wen Gott liebt, den züchtigt er"? Über diese Wahrnehmung denke ich viel nach und frage weiter: Ist diese "Veränderungsnotwendigkeit" nicht eher meine Sichtweise auf die gegenwärtigen Gegebenheiten oder woher weiß ich, dass Gott so handeln möchte? War ich mit ihm schon "einen trinken" zum Frühschoppen an Sonntagmorgen?

Der liebe Gott, der dreifaltig Eine, die göttliche liebende Gemeinschaft von Vater, Sohn und Geist, ein Gott, der züchtigt: Passt das zusammen?

Gott züchtigt nicht und straft auch nicht, sondern, das tut sich der Mensch selber an, so drückt es Johannes für seine Gemeinde aus: "Wer nicht glaubt ist schon gerichtet." Im Hintergrund stehen die Fragen von Christinnen und Christen im ersten Jahrhundert, warum sie als "Auserwählte" leiden müssen, verfolgt werden?
Heutige Fragen sind: Was bringt mir denn der Glaube, wenn mein Mann oder meine Frau, meine Eltern jung aus dem Leben gerissen werden oder warum gibt es Kriege, Hunger und Elend, Arbeitslosigkeit, Coronavirus?

Der Glaube möchte einladen, sich durch Jesus Christus in eine neue Lebensgemeinschaft hineinnehmen zu lassen, die einem die Augen öffnet für das Licht, für eine andere Wirklichkeit, mit der er schon jetzt rechnen kann. Der Glaube als ein Weg des "Nicht-wissen", des "nicht-beweisen-wollen" verändert das Leben, lässt einen Sinn, einen Ausweg zu auch, wenn ich menschlich in einer scheinbaren Sackgasse mich befinde.

Der Nichtglaubende bewegt sich im Beweisbaren, im Wissen, in der Absicherung durch das eigene ICH und in den Sackgassen erlebt er eher Verzweiflung, Depression, Frust, Ärger, Wut, weil er mit seinem "Latein am Ende" ist. All das sind Todeserfahrungen, die nicht zum Himmel führen.

Gott will: Leben! Er ist immer der liebende Gott, der für mich alles tut, damit es mir gut geht!

Es braucht mein Einlassen auf ihn, geöffnete Hände, Ohren, Herzen. Es braucht die Haltung der Dreifaltigkeit, die im Garten von Getsemani spürbar wird: "Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine." 

Es braucht ein Aufeinander-einlassen, ein Miteinander-liebevoll-leben.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 3,16-18

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

    17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

    18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

     

Gebetsvorschlag

Du Gott, einer,
im Wirken von dir Vater, dir Sohn und dir Geist.
zeigst du uns stets neu deine Fürsorge und Liebe.
So erfülle uns mit Glauben, der "rettet",
der uns geglücktes himmlisches Leben im Diesseits schenkt
Verwandle uns zu Menschen,
die sich mit Offenheit und Respekt begegnen und die Liebe leben.
Amen.
 

Meditation

Du bist ein Mensch.

Ich bin ein Mensch.

Wir alle sind Menschen.

Und doch

   unterschiedlich,

   einzigartig, anders

   jeder und jede für sich unendlich wertvoll.

 

Wir brauchen einander

   um Frieden zu stiften,

   Liebe zu erleben,

   und das Leben weiterzugeben.

 

Wir brauchen einander,

so wie der dreifaltige Gott

es vorlebt und vorgibt,

   der Vater, der das Leben schenkt,

   der Sohn, der das ewige Leben schenkt,

   der Geist, der in uns dieses Leben verankert.

 

Gott, Vater, Sohn und Geist,

ein Gott in drei Personen,

   kommunikativ,

   liebend, fürsorglich,

   vertrauend,

   eine Einheit,

damit wir durch ihn und sie das Leben haben

und dieses in Fülle.

 

(Zum Hochfest Dreifaltigkeit Lsj A – 04.06.2020 - © Christian Scheinost)