Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner ablegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Impuls zum Fronleichnamsfest

GOTT ist

in der WELT!


Er ist das Brot,

das Leben schenkt!

Der Mensch ist ein "Sehnsuchtswesen", das durch die Welt allein nie ganz zufrieden gestellt werden kann. "Die Welt ist eine Nummer zu klein geraten, um die unendliche Sehnsucht eines Menschen stillen zu können", so formulierte es einst der Schriftsteller Kurt Tucholsky.

Und doch strebt und versucht die Menschheit, die Erde zu einem "gottlosen Himmel" zu machen. Ein transzendentes Wesen, Gott ist etwas für "Schwächlinge" und nichts für die harte Realität. Im Vertrauen auf Gott ist scheinbar kein Krieg zu gewinnen, sondern mit Diplomatie, keine Finanzkrise zu verhindern und auch das Coronavirus gibt es, obwohl 1/3 aller Menschen auf Erden als Christinnen und Christen ihren Glauben leben.

Um die unendliche Sehnsucht nach Einheit, Ganzheit, Frieden, Geborgenheit, nach einem rundum geglückten, gelungenen Leben sich zu erfüllen, gehen – so meine Hypothese – Menschen vielmehr den Weg der Liebe, eine von Liebe erfüllte Gemeinschaft zu stiften. Schon der Apostel Paulus beschreibt im Hohelied der Liebe, im Brief an die Gemeinde von Korinth: "Die Liebe ist langmütig, gütig, sie eifert nicht, prahlt nicht, hält allem stand und hört niemals auf." In vielen Liedern zeitgenössischer Musiker, die sich gerade Brautpaare zu ihrer Trauung auswählen, wird so eine Liebe als Lebensinhalt besungen.

Andere suchen in einer neuen Spiritualität, in einer Reise nach Innen ins Irrationale oder auch im Haben und Besitz, im Materiellen, in der Anerkennung und in einem Geliebt sein sich ihr Sehnen nach Unendlichkeit zu erfüllen.

Antonie de Saint-Exupery schreibt einmal: "Man kann jedoch auf Dauer nicht leben von Kühlschränken, Politik, Finanzen und Kreuzworträtseln. Man kann nicht leben ohne Dichtung, ohne Farben, ohne Liebe." Und der Kirchenlehrer Augustinus ergänzt dies in seinen Bekenntnissen: "Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir."

Der Glaube weiß um die unendliche Sehnsucht der Menschen und bietet durch Jesus an, sich in Gott zu verankern und in ihm eine Quelle zu finden, die den Hunger nach gelungenem Leben stillt.

Fronleichnam zeigt uns diese Quelle, ganz real, gegenwärtig in der Person Jesu, im Brot, das Leben, zufriedenes, friedvolles Leben eröffnet.

Dieses Brot ist kein vergeistigtes Zeichen, kein Sinnbild. Dieses Brot ist Gott, der scheinbar Unerreichbare wird erreichbar.

Und dazu braucht es ein Einlassen auf ihn – wie in einer menschlichen Beziehung – damit sich ein liebevolles Miteinander entwickeln kann.

In der Brotrede des Evangeliums zum Fronleichnamstag (Joh 6, 51-58) will Johannes seine Gemeinde ermutigen. Die Worte Jesus mögen ihnen Zuversicht und Freude schenken: Gott ist da und bleibt da. Wir sind nicht alleingelassen, niemals. Da ist die Quelle, die unsere unendliche Sehnsucht stillen wird.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 6,51-58

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.

    52 Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

    53 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

    54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.

    55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank.

    56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.

    57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.

    58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben, sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

     

persönliches Gebet

Am Fronleichnamstag sind unsere Pfarrkirchen geöffnet und zeitweise ist das Allerheiligste ausgesetzt. Es ist die Einladung, zu ihm zu gehen, ihm meine Sorgen und Freuden zu bringen und zu spüren:

Hier ist die Welt nicht zu klein geraten, hier ist eine reale Hoffnung, die uns Zukunft schenkt.


Wir laden zum stillen Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten ein:

Rheinbrohl St. Suitbert                             10:00 – 12:00 Uhr

Bad Hönningen St. Peter und Paul          13:00 – 15:00 Uhr

Hammerstein St. Georg                            13:30 – 15:30 Uhr

Leubsdorf St. Walburgis                           14:00 – 17:00 Uhr

Leutesdorf St. Laurentius                         14:00 – 16:00 Uhr
 

Meditation

Gott, Dich sehe ich

in diesem Stückchen Brot;

Dein Leib,

verwandelt, verklärt;

Der Himmel ist greifbar,

denn du bist da - ganz nahe,

in Leib und Blut.

 

Gott, Du berührst mich,

Du siehst mich,

und gehst mit mir dorthin,

wo ich lebe,

wo ich weine,

wo ich lache.

 

Gott, Du erfüllst meine Sehnsucht

nach gelungenem Leben,

nach Frieden und Zufriedenheit,

nach Einheit und Gemeinschaft,

nach Liebe und Geborgenheit.

 

Ich will mich dir öffnen,

meine Ohren und Augen,

meine Nase und mein Herz

wollen ganz offen sein für dich,

damit ich erfüllt werde von Dir

und der Himmel in mir beginnt,

erlöstes, bewusst geglücktes Leben.


(Zum Fronleichnamsfest Lsj A – 07.06.2020 - © Christian Scheinost)