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Impuls zum Ma-r-ienmonat

"Meine Seele preist

die Größe des Herrn,

denn er hat Großes

an mir getan!"

Maria, die Prophetin

Eine junge jüdische Frau erhebt ihre Stimme. Kraftvoll, begeistert und mutig erzählt sie von dem "Unglaublichen", das ihr widerfahren ist: Der "Mächtige", Gott, "hat Großes an ihr getan." –  ihr, der kleinen, unbedeutenden Frau aus Nazareth, der Geringen, hat er sich zugewandt.

Und das "Unglaublichste" dabei ist, nicht nur ihr, sondern allen, die am Rande stehen, die arm und geknechtet sind, schenkt er seine bedingungs-lose Aufmerksamkeit. Gott stellt sich auf ihre Seite und stellt die Welt dabei auf den Kopf. - Nichts bleibt, wie es einmal war!

Trauernde werden getröstet, Kranke erfahren innerliche und äußerliche Gesundung, Hungrige werden satt, die Armen erfahren Gerechtigkeit. Die "oberen Zehntausend" im Staat und in der Gesellschaft, die Glaubenshüter und -hüterinnen, alle Frommen, die sich hochmütig zeigen, stürzt er vom Thron und erhöht alle, die niedrig, klein, zweifelnd, fragend … sind.

Was für eine Botschaft.

Nichts weniger als Umsturz und/oder Revolution prophezeit Maria da.
Nichts bleibt, wie es einmal war?

Ist das wirklich so? Ist das so in unserer Lebensrealität? Machen wir nicht die Erfahrung genau des Gegenteiles, dass alles – obwohl wir zu Gott halten, glauben, auf den Spuren Mariens zu gehen – noch schlimmer wird.

Die Corona-Pandemie erzeugt Angst, Abstand, Einsamkeit, partielle Hilflosigkeit, Unverständnis, "Sackgassen", ein Abgeschnittensein von den Begegnungsfeiern mit Gott und den Menschen in Gottesdiensten, Sakramentenspendungen, Andachten etc.

Oder "der Krebs", die Volkskrankheit Nr. 1, rafft weiter auch und gerade mit dem Virus Junge und Alte hinweg.

Oder der Stillstand durch "Corona" nimmt den Großkonzernen wie den Kleinunternehmern all das, was aufgebaut, erwirtschaftet und teilweise mühsam erarbeitet worden ist. Existenzängste machen sich breit.

Maria ist ein, wenn nicht sogar das Sprachrohr der Unterdrückten, die Verkünderin einer neuen Weltordnung, und für nicht wenige Menschen ist sie ein Ort der Gnade, an dem ich zutiefst Gottes bedingungslose Liebe erfahre.

Doch ihre Botschaft und ihre Verehrung ist nicht rosarot und himmelblau, und sie ist nicht allein diejenige, die für mich handelt und ich lege die Hände in den Schoß und warte ab.

Ihre Botschaft und ihr Lebenszeugnis sind zutiefst politisch, eine große Hoffnung und Vision zugleich. Und aktueller denn je.

Das Magnifikat will ein Stachel im Fleisch sein. Es ist eine beständige Mahnung an alle, sich einzusetzen, einzumischen, die Augen zu öffnen und den Mund nicht zu verschließen.

Marienverehrung ist der Aufruf in unserem Leben an der neuen Weltordnung mitzuwirken, Traurige zu trösten, Corona-Infizierten Mut zu machen, dass Gott auch da ist, ohne dass ich einen Gottesdienst besuche.

Für mein je eigenes Leben bleibt zunächst die Frage: An welchem Punkt meines Lebens stehe ich? Mit welcher Überzeugung lebe ich im Blick auf Maria?
Kann ich daher diese Botschaft des Magnifikats hören und leben?

Maria lädt mich ein in diesem Monat Mai, ihrer "prophetischen Ader" auf die Spur zu kommen, mit ihr über diese "unglaubliche Botschaft" zu staunen und ihrem Lebensbeispiel zu folgen. Dann beginnt heute durch mich diese göttliche Weltordnung Wirklichkeit zu werden und es könnte sein, dass nichts bleiben wird, wie es einmal war!

  • Lesen der Bibelstelle Lk 1,39-56

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    39 In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg
         und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
    40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
    41 Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte,
         hüpfte das Kind in ihrem Leib.
         Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
    42 und rief mit lauter Stimme:
         Gesegnet bist du unter den Frauen
         und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
    43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
    44 Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,
         hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
    45 Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt,
         was der Herr ihr sagen ließ.

    46 Da sagte Maria:
         Meine Seele preist die Größe des Herrn 
    47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
    48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
         Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
    49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan
         und sein Name ist heilig.
    50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
         über alle, die ihn fürchten.
    51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
         Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
    52 er stürzt die Mächtigen vom Thron
         und erhöht die Niedrigen.
    53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
         und lässt die Reichen leer ausgehen.
    54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
         und denkt an sein Erbarmen,
    55 das er unsern Vätern verheißen hat,
         Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr;
         dann kehrte sie nach Hause zurück.

Meditation

Zwei Frauen begegnen sich,

Maria und Elisabeth,

sie grüßen, begrüßen sich

und spüren den,

der sie rief, Mutter zu sein,

Maria die Mutter des Sohnes Gottes

Elisabeth, die Mutter des Vorläufers Johannes des Täufers.

 

Zwei Menschen begegnen sich,

zwei Frauen, Prophetinnen des erlösten Lebens,

aufrüttelnd und barmherzig.

In ihrer Begegnung spüren wir

den Gott des Volkes Gottes,

dem durch Johannes ein Weg bereitet wurde

und der in Jesus Mensch wurde,

gegenwärtig, real unter uns bis heute.

 

Dieser Gott ruft auch dich und mich, uns alle,

Elisabeth und Maria zu folgen,

einander zu begegnen

die Trauernden zu trösten,

die Hungernden mit Gaben zu beschenken,

den Niedrigen,

allen, am Rand von Kirche und Gesellschaft Wert zu geben.

Gott, der Heiland und Erlöser

ruft uns Prophetinnen und Propheten zu sein,

seine neue Welt erfahrbar zu machen für alle Menschen.

 

(Zur Bornhofenwallfahrt 2015 – 20.10.2015 © Christian Scheinost)

Marienlied

oder

Beten eines "Gegrüßet seist du, Maria"

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.