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Impuls zum Pfingstsmontag

O komm,

du Geist der Wahrheit,

und kehre bei uns ein,

verbreite Licht und Klarheit,

verbanne Trug und Schein.

(Karl Johann Philipp Spitta)

Die eine Wahrheit des Lebens, den Sinn menschlichen Lebens – gibt es das? Wenn Menschen in unseren Tagen darüber nachdenken, dann kommen sie zu dem Schluss, dass es entweder diese eine Wahrheit, den Sinn des Lebens, nicht gibt oder dass er für jeden Menschen individuell verschieden ist. Für die einen ist das ihr Beruf, für andere die Liebe und die Familie, wieder für andere "Urlaub, Sonne, Strand, Meer", oder auch soziale Kontakte, ein "Helfen in Not", ein Hobby, oder noch was ganz Anderes.

Was bleibt von diesen "sinnerfüllten Lebenswahrheiten" nach dem Tod?
Die Erinnerungen? Wie lange bleiben sie im Bewusstsein? Ein paar Jahrzehnte, Jahrhunderte?

Aber sie sind doch gut, könnten wir einwenden, für diesen meinen Lebens-moment, jetzt hier und heute, auch wenn das Glück nur von kurzer Dauer ist. Was nach dem Leben kommt - da ist sowieso alles aus. Das habe ich nicht mehr in der Hand. Und daran will ich auch nicht denken!

Die Wahrheit des Lebens scheint zu heißen, Glück in einem begrenzten Diesseits zu finden und zu leben.

Allerdings erwischen Menschen, die in dieser Haltung leben, die Grenzen des Lebens - wie Krankheit, Bruch von Beziehungen, Verlust der Arbeitsstelle oder auch der Tod - ziemlich kalt. Und dann ist das Geschrei groß.

Die Christen vor 2000 Jahren - nach dem Tod Jesu - sehen sich ebenfalls konfrontiert mit einigen Grenzen des Lebens, wie Verfolgung und Ablehnung durch das jüdische Umfeld. All das lässt sie resignieren und zweifeln, obwohl sie an Gott glauben, an den Auferstandenen und dies mit ihrer Taufe bewusst bezeugen. Ihre Gemeinschaft, die Kirche, muss sich an veränderte Lebens- und Glaubensbedingungen gewöhnen und sie gut gestalten. Die Evangelisten Lukas, Matthäus und Markus wie auch Johannes werben in ihren Evangelien nicht um Aktionismus, um die Durchführung von Werbekampagnen, um neue Mitglieder zu rekrutieren, sondern um Vertrauen, sich von Gott führen zu lassen. Der Geist der Wahrheit ist uns geschenkt und er wird uns zur Wahrheit des Lebens führen, dass der Tod nicht das Ende eines Weges ins Nichts ist, sondern ein Übergang, ein Neubeginn, ein Weiterleben. Der Geist der Wahrheit kann und wird uns leiten, das heißt: zu ahnen, zu erkennen, zu wissen, dass jede Grenze des Lebens überwunden werden kann.

Gott hat dies bezeugt im "wundervollen Wirken Jesu" und in seiner Auferstehung.

Zu dieser Lebenshaltung braucht es Vertrauen und Offenheit, ein "An sich und in sich Geschehenlassen".

Indem wir auf den Geist warten, beginnt er schon zu wirken.

Indem wir auf ich hoffen, schafft er sich Raum.

Indem wir zu ihm beten, legt er Zeugnis ab von Jesus Christus, dem Grund unseres Heils, der Rettung der Welt.

  • Lesen der Bibelstelle Joh 15,26 - 16,3.12-15

    (Übersetzung aus der revidierte Einheitsübersetzung 2016)

    26 Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.


    3 Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
     

    12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

    13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.

    14 Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.

    15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Gebetsvorschlag

Lebenspendender Gott,
wo Dein Geist weht, kann alles neu werden.
Durch Seine Kraft lass uns die Wahrheit suchen und Frieden stiften,
füreinander Zeit haben und andere zum Leben begeistern,
in Bewegung geraten und mutige Schritte tun.
Hilf uns,
Deinem Geist in unserem Alltag nachzuspüren,
offen für Ihn zu sein,
Seine leisen Töne zu hören,
uns von Ihm anrühren zu lassen.
Amen.

Meditation

Auf Sendung sein!

L1:    Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!

L2:    Was mich?

L1:    Ja, dich!

L2:    Was kann ich schon tun?
         Ich kann nichts Besonderes.
         Ich bin noch zu jung.
         Ich bin schon zu alt.
         Ich habe gar keine Zeit.

L1:    Ich traue dir etwas zu!

L2:    Wirklich?
         Was denn?

L1:    Dass du dort, wo du lebst,
         an deinem ganz persönlichen Lebensplatz
         Gottes große Taten verkündest!

L2:    Das können andere doch viel besser als ich!

L1:    Nein,
         niemand kann es so wie du!
         Du hast deine ganz persönliche Art,
         deine eigene Begabung,
         ganz besondere Fähigkeiten.
         Ich brauche dich!

L2:    Allein kann ich das nicht!

L1:    Du bist nicht allein!
         Mein Geist ist bei dir, das verspreche ich dir!
         Vertrau auf ihn und öffne dich ihm!


(Zu Pfingsten 2020)