Fronleichnamsfest 2017

Brot zum Leben – Brot zum Teilen

in der Pfarreiengemeinschaft Bad Hönningen – Rheinbrohl

Zeltfestgottesdienst in Leutesdorf
mit Weihbischof Jörg Michael Peters

Das Fronleichnamsfest fand im Jahr 2017 in unserer Pfarreiengemeinschaft etwas anders statt, als wir es bisher gewohnt waren. Nicht nur, dass Weihbischof Jörg Michael Peters dem Festgottesdienst neben sechs Konzelebranten auf der Rheinwiese in Leutesdorf vorstand und es überhaupt nur einen Gottesdienst mit anschließender Prozession in der ganzen Pfarreiengemeinschaft gab, auch suchte man die uns bisher bekannten Altäre mit meterlangen Blumenteppichen davor vergeblich.

Fronleichnam, das ist das Fest, an dem Gott zu den Menschen kommt. Das ist das Fest, an dem Christen öffentlich ihren Glauben kundtun. An Fronleichnam wird Gott für alle sichtbar in Form eines kleinen Stückchen Brotes, dem Allerheiligsten, feierlich in der Monstranz durch die Straßen getragen. Christen zeigen ihm die Welt, wie sie ist, und sie zeigen der Welt öffentlich ihren Glauben an diesen Gott.

Menschen aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft, der näheren und weiteren Umgebung fanden sich vor der prächtigen Kulisse des ehemaligen Klosters Leutesdorf, der heutigen Jugendherberge, bei bestem Wetter ein, um gemeinsam das Fest zu feiern. Ein eigens gegründeter Projektchor sowie Blechbläser sorgten für den feierlichen musikalischen Rahmen. Fahnenabordnungen der kirchlichen Vereine der fünf Pfarreien und der Filialen trugen ebenfalls zu einer festlichen Atmosphäre bei.

In seiner Predigt ging Weihbischof Peters auf das Thema des Festgottesdienstes "Brot zum Leben – Brot zum Teilen" ein. Brot ist in unserem Land das Sinnbild für Nahrungsmittel schlechthin und steht uns in unserer heutigen Zeit auf den ersten Blick im Überfluss zur Verfügung. Das war aber nicht zu allen Zeiten so und ist auch heute nicht überall der Fall. Dazu muss man gar nicht weit gehen, um das festzustellen. Selbst in unserem Land, in dem Lebensmittel in fast unbegrenzter Menge zu Verfügung stehen, sind sie nicht für alle in unserer Gesellschaft in gleichem Maße erschwinglich. Menschen, die an den Rand der Gesellschaft geraten oder gedrängt werden, können sich nicht zu jeder Zeit mit dem versorgen, wie sie es eigentlich müssten. So ist es an denen gelegen, die es sich einrichten können, ihr Brot mit denen zu teilen, die es nötig haben. Doch der Bischof ging in seinen Überlegungen noch weiter: Verlieren diejenigen, denen auf den ersten Blick alles im Überfluss zur Verfügung steht, nicht das Wesentlichste aus den Augen, nämlich das Verlangen nach Gott?

Im Anschluss an die Heilige Messe setzte sich die Prozession durch den Ort in Bewegung, um an drei Altären Station zu machen.

Der erste Altar setzte sich mit einem der brennendsten Themen unserer Zeit auseinander: Flucht und Vertreibung. Betroffene Menschen lasen Texte und Gebete, zündeten Kerzen an für alle, die in irgendeiner Form davon betroffen sind und für die, die sich derer annehmen.  Als Motiv zeigte der Altar Bilder von flüchtenden Menschen in zerstörten Städten sowie abgegriffene Taschen, Rucksäcke und Koffer.

Ein nicht minder brisantes und gegenwärtiges Thema griff der zweite Altar auf: Armut und hier insbesondere Altersarmut. Alte Säcke, ein spärlich mit altem Brot gefüllter Korb, ein Plakat, dass alte Hände mit ein wenig Kleingeld zeigte, sowie vertrocknete Blumen "schmückten" diesen. Ein Text stellte das ganze Ausmaß der Misere mitten unter uns dar.

Der dritte Altar, auf dem Gelände des Dorfmuseums, wurde von den Johannesschwestern gestaltet. Diese unterhalten - wie die Johannespatres in Leutesdorf - Häuser für Resozialisierungsmaßnahmen in Köln und Bonn. Hier fühlte man sich noch am ehesten an die klassischen Fronleichnamsaltäre erinnert, legten doch die Schwestern das Emblem des Johannesbundes in Blütenblättern aus.

Die Texte an diesem Altar griffen die Situation der Menschen in den Resozialisierungsmaßnahmen auf.

Zum Abschluss gab es im Zelt auf der Rheinwiese den eucharistischen Segen, gefolgt von einem gemeinsamen Essen.

Vier "Lichtpunkte" informierten über weitere besondere Aktionen und Gruppen, die das Thema "Brot zum Leben - Brot zum Teilen" in besonderer Weise umsetzen: Das Christkönigshaus in Leutesdorf, die Tafel in Linz, die Caritas und die Militärseelsorge.

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Es war ein guter Tag!